„german hornsound“: Hörnerklang zum Schwelgen

Gotha  Nach dem Gastspiel in Gotha kann „german hornsound“ auf CD nachgehört werden.

Das in Gotha mit dem Hornquartett von Robert Schumann erfolgreich aufgetretene Ensemble „german hornsound” hat mit den Bamberger Symphonikern eine CD veröffentlicht. Foto:

Das in Gotha mit dem Hornquartett von Robert Schumann erfolgreich aufgetretene Ensemble „german hornsound” hat mit den Bamberger Symphonikern eine CD veröffentlicht. Foto:

Foto: zgt

Einhellig war das Echo auf den Auftritt der Gruppe „german hornsound“ beim jüngsten Anrechtskonzert der Thüringen Philharmonie Gotha, als sie das Konzertstück in F-Dur für vier Hörner und Orchester op. 86 von Robert Schumann mit der Philharmonie aufführte. Begeisterte Zuhörer im Kulturhaus und eine äußerst positive Resonanz in der Presse zeigten, dass sie die Ohren ihrer Zuhörer mehr als nur verzückt hatten.

Auf einer jüngst erschienenen Compact Disc (CD) spielen die vier Hornsolisten von „german hornsound“ – Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger – dieses außergewöhnliche Werk mit den renommierten Bamberger Symphonikern / Bayerische Staatsphilharmonie in einer bestens aufeinander abgestimmten Interpretation. Was in Gotha bereits offenkundig war, kommt auch in dieser Aufnahme zum Tragen. Genial werfen sich die vier Hornsolisten die Melodienbögen zu und loten schwelgerisch die rhythmischen und klanglichen Schönheiten dieser 1849 entstandenen Schumannschen Kostbarkeit aus.

Knapp 100 Jahre davor, etwa um 1756, komponierte Leopold Mozart seine Jagd-Sinfonie G-Dur (sinfonia di caccia) für vier Hörner, Streicher und Kugelbüchse, die als erstes Werk auf der CD vertreten ist. Das reizvolle Stück überrascht nicht nur durch die im ersten Satz präzise gesetzten Gewehrschüsse, sondern auch durch die vielfach solistisch und mit einem überaus harmonischen Klangbild aufspielenden Hornisten. Das kurze Andante des zweiten Satzes enthält wunderbar abgesetzte Echowirkungen, während im dritten Satz sich das Menuett zu immer neuen Hornakkorden aufschwingt. Gerade die Einfachheit dieser Melodieführung Leopold Mozarts gerät zu einem Ruhepol, der süchtig machen könnte.

Dass Musik unserer Zeit „zuhörbar“ sein kann, beweist der Norweger Trygve Madsen mit seiner 2013 komponierten Sinfonia Concertante für vier Hörner und Orchester op. 153. Ganz dem Stil dieser Musikgattung verpflichtet und inspiriert von Schumanns Konzertstück für diese Besetzung, bietet Madsen in eigener Musiksprache ein Bravourstück für die vier Instrumentalsolisten. Wie das informative Begleitheft zur CD wissen lässt, entstand diese Sinfonia Concertante zum Gedenken an den 150. Geburtstag von Richard Strauss. Deshalb zitiert sie immer wieder einzelne Takte aus Strauss-Werken. Die Tonart Es-Dur spielt auf die Widmung der Partitur an Christoph Eß und das Hornquartett an, von dem Madsen letztlich zur Komposition des Werkes angeregt wurde.

Michael Sanderling leitet bei dieser Aufnahme als Gast die Bamberger Symphoniker. Erst vor wenigen Wochen betreute er erneut in Thüringen das „Young Philharmonic Orchestra Jerusalem Weimar“, das sich aus Studenten der Musikhochschule „Franz Liszt“ Weimar und der Jerusalem Academy of Music and Dance zusammensetzte. In der CD-Aufnahme mit „german hornsound“ lässt er einfühlsam und souverän sowohl den Solisten als auch dem Orchester ihre dialogisierenden Rollen zukommen. So liegt mit dieser Einspielung von „german hornsound“ eine Referenz an die Musik für Hornquartett aus drei Jahrhunderten vor, die durch und durch pure Freude bereitet.

http://www.germanhornsound.de/#!diskographie