Gesamtkatalog Weimarer Bibliotheken erleichtert Online-Suche

Einmal mehr eilt Weimar anderen deutschen Städten in die mediale Zukunft voraus: Am Montag wurde der elektronische Gesamtkatalog aller neun Weimarer Bibliotheken freigeschaltet. Mit wenigen Mausklicks erfährt der Nutzer am heimischen PC, wo das von ihm gesuchte Buch, die CD oder DVD vorhanden ist.

Den neuen Gesamtkatalog der Weimarer Bibliotheken stellten (v.l.) Dr. Frank Simon-Ritz (Uni-Bibliothek), Katharina Hofmann (Bibliothek der Musikhochschule), Dr. Michael Knoche (Anna-Amalia-Bibliothek) und Martin Erler (Stadtbücherei) vor. Foto: Weber

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Weimar. Unter der sperrigen Internet-Adresse http://kavia.gbv.de/DB=2.916/ verbirgt sich eine gewaltige Erleichterung der Online-Suche. Dem Leser bleiben zeit- und kraftraubende Fahrten von Bibliothek zu Bibliothek erspart. Weimar ist eine der ersten Städte, die über einen solchen Service verfügt.

Wie Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor der Universitätsbibliothek, anhand von imponierenden Zahlen verdeutlichte, kann der Nutzer allein bei der Stadtbücherei und den drei großen Bibliotheken in dem gewaltigen Gesamtbestand von 1,7 Millionen Büchern, Zeitschriften, Noten, Landkarten, Handschriften, Normen, Tonträgern, Filmen und elektronischen Publikationen recherchieren, ob und wo das Gewünschte verfügbar ist. Davon entfallen rund eine ÞMillion Bände auf die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, etwa 120000 Medieneinheiten bringt die Stadtbücherei ein, die Universitätsbibliothek cirka 450000 Medieneinheiten und die Bibliothek der Hochschule für Musik Franz Liszt rund 130000 Medieneinheiten, davon etwa 50 Prozent Noten. Wenn man alle Bibliotheken zusammennimmt, stehen jedem Weimarer Kleinkinder und Greise eingerechnet 27,5 Bücher beziehungsweise Medieneinheiten zur Verfügung. Das ist deutschlandweit Spitze, betonte Frank Simon-Ritz.

Hinzu kommen noch die Behördenbibliotheken und zwar vom Thüringer Landesverwaltungsamt, Oberverwaltungsgericht, Verwaltungsgericht Weimar, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, deren Bestände in der Regel allerdings nicht entliehen, wohl aber vor Ort eingesehen werden können.

Mausklick genügt

Zwar gab es bislang bereits ein lokales Bibliothekssystem, doch jede der Bibliotheken hatte ihren eigenen Katalog. Zu einem Gesamtkatalog zusammengefasst wurden diese jetzt durch die Zentrale des gemeinsamen Bibliotheksverbundes in Göttingen, konkret: durch deren EDV-Fachmann Mathias Lange. Angemeldet worden war das Projekt im März und eigentlich hätte man sofort anfangen können, da jedoch die Daten der Stadtbücherei in einem anderen Format vorlagen und EDV-technisch zunächst umgewandelt werden mussten, konnte der Gesamtkatalog erst am 28. Juni freigeschaltet werden.

Ein Beispiel: Es wird nach Literatur über Henry van de Velde gesucht. 179 Treffer meldet das Gesamtverzeichnis. Angenommen, der Nutzer möchte so etwas Spezielles wie Van de Veldes Weimarer Wohnungsausstattung für Baron von Münchhausen einsehen. Am PC findet er in Sekundenschnelle heraus: Das von Thomas Föhl verfasste und im Jahr 2009 erschienene Büchlein ist sowohl in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek als auch in der Universitätsbibliothek vorhanden. Über einen Link erhält er zudem Informationen zur Verfügbarkeit des gewünschten Werkes, zum Standort und zur Signatur.

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