Gospelchor Gotha gibt mitreißendes Konzert in der Augustinerkirche

Oliver Debus steht allein vor der Zuhörern in der Augustinerkirche. Während sich der Gothaer Gospelchor im Kreuzgang aufstellt, hebt deren Dirigent zum Singen an - wie ein Schamane, der sein Volk in Bann zieht, nimmt er die Zuhörer mit seinem Gesang für sich ein. Mal singt er in sich gekehrt, mal voller Ekstase. Ob laut oder leise, der Vortrag von Dirigent Debus ist voller Leidenschaft.

Die Sängerinnen und Sänger des Gospelchors Gotha zogen mit ihrem Konzert unter Leitung von Oliver Debus die Zuhörer in der Augustinerkirche in ihren Bann. Foto: Wieland Fischer

Die Sängerinnen und Sänger des Gospelchors Gotha zogen mit ihrem Konzert unter Leitung von Oliver Debus die Zuhörer in der Augustinerkirche in ihren Bann. Foto: Wieland Fischer

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Gotha. Zu "Trying to get home" stimmen die nun in die Kirche eingezogenen Sängerinnen und Sänger mit ein. Kaum haben sie sich im Altarraum aufgestellt, begeistern sie das Publikum mit ihrem mitreißenden Auftritt. Ihr Gesang schwingt von Anfang an - die 27 Frauen und sechs Männer auf den Treppen des Altarraumes ebenso. Das Ensemble aus Gotha tritt dem Vorurteil entgegen, dass nur farbige Sängerinnen und Sänger Gospels und Spirituals wirkungsvoll vortragen könnten.

Robin Stengel am Klavier sorgt beim Gospelchor Gotha für klingende wie rhythmisch swingende Begleitung. Selbst beim Worksong "Take me to the water" überträgt sich bei "harter Arbeit" der Spaß am Singen schnell auf die zahlreichen Zuhörer im Kirchenschiff. Ausschlaggebend dafür ist die Art des Vortrags. Das Bemerkenswerte daran: Der Chor singt auswendig. Selbst ellenlange Strophen tragen die Laien ohne Noten- und Textblatt auf Englisch vor. Ihr Blick ist auf den Dirigenten oder das Publikum gerichtet. Das ist der Intensität des Vortrags dienlich. Die GospelSchwestern und -Brüder strahlen Souveränität aus.

Dazu trägt auch bei, dass Debus den Choristen Soloparts einräumt. Den für Gospels und Spirituals typischen Wechsel von Solo und Chorus vollzieht der Gospelchor mit wechselnder Besetzung in vorderster Reihe. Nadine Kürsten tritt als erste hervor, Beate Greiner-Stöffele, Matthias Ansorg und andere folgen. Das sorgt für Farbigkeit im Programmablauf und stärkt die Chorgemeinschaft, lockert auf und weckt die Aufmerksamkeit immer wieder aufs Neue.

Eigenkompositionen, bekannte Gospels wie "Joshua fought the battle of Jericho" oder Hits wie "Man in the mirror" von Michael Jackson erklingen. Der Gospelchor Gotha reißt die Massen in den Kirchenbänken mit, als ob Gospels dessen ureigenstes Element wär.

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