Neue Konzertreihe in Weimarer Jakobskirche

Weimar  So schwungvoll und so inspiriert wurde trotz später Abendstunde musiziert, dass etwaige Müdigkeit bei Interpreten wie Zuhörern im Nu verflog. Hans Christian Martin, Kantor an der Jakobskirche, hatte die Idee zu einer Konzertreihe, deren Eröffnung am Samstag (16. Mai 2015) bereits auf so viel Resonanz stieß, dass ihm um die Fortsetzung nicht bange sein muss.

Das neu gegründete Orchester „Viel Lärm um Nichts“ stellte sich in der ersten Nachtmusik vor. Foto: Christiane Weber

Das neu gegründete Orchester „Viel Lärm um Nichts“ stellte sich in der ersten Nachtmusik vor. Foto: Christiane Weber

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In Nachtmusiken bringt er die Jakobskirche bis Ende Juli zum Klingen, und im Eröffnungskonzert standen dann tatsächlich Nachtmusiken auf dem Programm.

Dabei durfte Mozarts populäre „Kleine Nachtmusik“ natürlich nicht fehlen. Leopold Nicolaus, Shio Ohshita (Violine), Christian Voß (Viola) und Olaf Reimers (Violoncello) gingen die Serenade mit solch frischem Schwung an, dass die Bögen förmlich auf den Saiten tanzten und diesem Gassenhauer der klassischen Musikliteratur jede Sentimentalität ausgetrieben wurde. Erstmals stellte sich mit der Nachtmusik auch das von Geiger Leopold Nicolaus und Kantor Hans Christian Martin gegründete Orchester „Viel Lärm um Nichts“ vor. Was für zauberhafte Nachtmusiken aber auch Mozarts Komponistenkollegen der Nachwelt geschenkt haben, zeigte sich im Verlauf des sorgfältig ausgewählten Programms, das von einem herrlich altmodisch im Stil der damaligen Zeit gestalteten Handzettel begleitet wurde.

Als eine auf allen Saiten funkelnde Gesellschaftsmusik entpuppte sich auch das Konzert für Flöte, Streicher und Cembalo mit Friederike Vollert als beeindruckende Solistin. Auch die „Musica Notturna delle strade di Madrid“ von Boccherini, das Concerto II von Durante und der Serenade für fünf Streichinstrumente und Cembalo von Biber brachten nachdrücklich zu Gehör, zu welch kreativen Höhenflügen das Thema Nacht die Komponisten inspirierte.

Auf die iberische Halbinsel und zur „Spanischen Nacht“ führt das zweite Nachtkonzert am 13. Juni, bevor dann eine Woche später Charles Ives‘ „The unanswered Question“ sowie Chormusik von „Cage“ die Tür zur Gegenwart öffnen. Die öffnet sich dann vollends in drei weiteren Nachtkonzerten bis zum 25. Juli, die Klangexperimenten und der Kombination Tanz und Orgel Raum geben. Ein vielversprechender Anfang wurde am Samstag gemacht. Der anhaltende Applaus in der gut gefüllten Kirche zeigte den Mitwirkenden, dass ihre Initiative viel Gegenliebe findet.

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