Bürger registrieren Straftat: Polizei informiert erst auf Nachfrage

Eisenach  Es war nicht das erste Mal, dass ein Polizeieinsatz oder eine Straftat in Eisenach keine Erwähnung im Polizeibericht findet, die Ereignisse in sozialen Netzwerken und auf der Straße aber kolportiert, kommentiert und hinterfragt werden. Nun geht es um zwei russisch-stämmige Ehepaare, die laut der Polizei Streit hatten mit einem Flüchtling.

Warum wurde die Öffentlichkeit nicht von der Polizei informiert? Dies fragen sich Nutzer in sozialen Netzwerken. Symbolfoto: Jan-Henrik Wiebe

Warum wurde die Öffentlichkeit nicht von der Polizei informiert? Dies fragen sich Nutzer in sozialen Netzwerken. Symbolfoto: Jan-Henrik Wiebe

Foto: zgt

Es war nicht das erste Mal, dass ein Polizeieinsatz oder eine Straftat in Eisenach keine Erwähnung im Polizeibericht findet, die Ereignisse in sozialen Netzwerken und auf der Straße aber kolportiert, kommentiert und hinterfragt werden. Wie diese Kommunikationsstörung entsteht, darüber wollte Dietmar Mothes, Leiter des Ermittlungsdienstes der Polizeiinspektion Eisenach gestern nicht spekulieren. Das entziehe sich seiner Kenntnis. Die für die PI Eisenach zuständige Pressestelle der Polizeidirektion Gotha ist derzeit wegen Krankheit zudem nicht besetzt.

Die jüngsten Beispiele für das Informationsdefizit waren zwei Einsätze der Polizei am vergangenen Wochenende in Eisenach. Am Samstag gegen 21 Uhr war es in Eisenach-Nord an der Stregdaer Alle zu einem Vorfall gekommen, bei dem ein Mann und ein Hund so schwer verletzt wurden, dass sie in not- beziehungsweise tierärztliche Behandlung mussten. Der Hund musste operiert werden.

Zwei russisch-stämmige Ehepaare waren nach einer Feier mit dem Hund auf dem Nachhauseweg und erblickten einen Mann, der in der Öffentlichkeit urinierte, schildert Mothes. Es kam zum Kontakt mit dieser unbekannten Person und wohl auch zu einer verbalen Auseinandersetzung. In deren Folge habe der von den beiden Paaren angesprochene Mann einen der beiden Männer mit einer Stichwaffe verletzt, kurz darauf auch den Hund. Dann sei der Täter geflüchtet.

Beschrieben wird der Täter als Mann mit nordafrikanischer Herkunft. Er habe arabisch gesprochen. Der Täter sei 25 bis 35 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß und habe eine normale, schlanke Statur. Bekleidet sei er gewesen mit schwarzem Oberteil und einer hellen Hose, vermutlich eine Sporthose. Er habe einen Vollbart oder ein Tuch vor dem Gesicht getragen, heißt es in der Polizeibeschreibung.

Einen Einsatz mit mehreren Einsatzfahrzeugen und Beamten hat es am Sonntag ab spätem Nachmittag am Hauptbahnhof in Eisenach gegeben, bestätigte die Polizei auf Anfrage. Auslöser war ein Hinweis auf Drogenhandel und insgesamt acht Verdächtige. Bei einer so großen Anzahl von Verdächtigen schicke die Polizei schon mal einige Einsatzfahrzeuge mehr ins Rennen, hieß es. Auch an der Tankstelle Langensalzaer Straße waren Beamte postiert.

Vor Ort habe sich dann herausgestellt, dass es sich nur um vier Tatverdächtige gehandelt habe, deren Personalien festgestellt wurden. Es gab zwar ein unübersehbares Polizeiaufgebot, aber keine Festnahmen, informierte Dietmar Mothes.