Vandalismus in der Jenaer Oberaue - Den Tierbrunnen hat es erwischt

Das Entsetzen ist groß nach dem neuerlichen Vandalismus-Vorfall in der Oberaue. Unbekannte haben die Hauptfigur des beliebten Tierbrunnens vom Sockel gestoßen.

Vandalismus am beliebten Tierbrunnen in der Oberaue: Der Kommunalservice hat die Figur (Junge mit Fisch) inzwischen geborgen. Foto: Thomas Beier

Vandalismus am beliebten Tierbrunnen in der Oberaue: Der Kommunalservice hat die Figur (Junge mit Fisch) inzwischen geborgen. Foto: Thomas Beier

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Jena. Dazu brauchte es viel Kraft, denn der Junge mit dem Fisch ist eigentlich durch eine Einhausung geschützt. Die unbekannten Täter schlugen die Steinfigur mitsamt des Holzverschlages um.

Der Tierbrunnen hat schon mehrere Generationen erfreut. In fast jedem Jenaer Fotoalbum gibt es Bilder von Kindern an den Wasserspielen. Jonas Kurth, der vorgestern seinen Kinderwagen an den Brunnen vorbeischob, geht von blanker Zerstörungswut aus. "Ohne Sinn und Verstand machen Leute da einfach alles kaputt", sagt er. Er berichtet, dass schon seine Eltern als Kinder an dem Brunnen gespielt haben.

Initiiert vom Tierbrunnen-Verein und unterstützt durch Spenden war der Brunnen im Jahre 2005 wieder aufgebaut worden. Mindestens zwei Mal wurde seitdem seine zentrale Figur vom Sockel gestoßen.

"Der Junge mit dem Fisch wird sicherlich wieder aufgestellt", sagt Marco Kalus vom Steinmetzbetrieb Kalus. Sein Vater Eberhard Kalus hat die Figuren vor Jahren neu geschaffen. Dabei wurden die Hauptfigur auf den Sockel stabil aber nicht unlösbar verbunden. Nur so ist es möglich, die Figur abzunehmen, um die Wasserinstallationen im Stein zu erreichen. "Wir hoffen, dass der Stein durch den Sturz keinen Schaden genommen hat", so Marco Kalus.

Vandalismus ist für den Steinmetzmeister ein höchst unerfreuliches Thema. Zum Beispiel war er mehrfach im Einsatz, um die Göttinnen-Skulpturen auf der Wiese neben dem Paradiesbahnhof zu reinigen. Das Verfahren wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt wurde von der Staatsanwaltschaft jedoch eingestellt. Es gab keine Hinweise auf die Täter.

Für die Polizei ist die Tätersuche schwierig, falls nicht Zeugenhinweise den Kreis der Verdächtigen einschränken. "Ein Personenbeschreibung oder ein Autokennzeichen können helfen", sagt eine Polizeisprecherin. Das Gebiet Oberaue/Paradies sei ein Teil der Stadt und gehöre damit auch zum Gebiet, in dem Polizeibeamte auf Streife gehen. Im Winter natürlich weniger intensiv als in der Freiluft-Saison.

Mittlerweile haben Männer des Kommunalservice Jena (KSJ) die umgeworfene Brunnenfigur geborgen. Die Besatzung eines orangefarbenen KSJ-"Streifenwagens" nahm einen Passanten, der sich zufällig für die umgeworfene Figur interessierte ins Verhör: "Waren Sie das?" - Der Mann verneinte. Und er zeigte die übliche Reaktion in der Oberaue: großes Entsetzen.

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