Cebit: MotionComposer aus Weimar lässt Behinderte musizieren

Mit drei Entwicklungen aus den Bereichen Mediengestaltung, Medieninformatik und Bauingenieurwesen ist die Bauhaus-Universität Weimar auf der Cebit vertreten. Besonders der sogenannte "MotionComposer" von Medienmanagerin Josepha Dietz, Mediengestalter Marc Sauter und Choreograph Robert Wechsler scheint einen Messeauftritt mit Schauwert zu versprechen.

Choreograph Robert Wechsler unterstützt die Bewegungsaktivierung eines Schülers an der Förderschule Dresden mithilfe des "MotionComposers". Foto: Uwe Billerbeck

Choreograph Robert Wechsler unterstützt die Bewegungsaktivierung eines Schülers an der Förderschule Dresden mithilfe des "MotionComposers". Foto: Uwe Billerbeck

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Weimar. Das dreiköpfige Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ausdrucksmöglichkeiten von behinderten und in ihrem Bewegungsapparat eingeschränkten Menschen zu verbessern. Schließlich können sie durch das selbstständige "Komponieren" anhand ihrer Bewegungen nicht nur ihren Körper neu begreifen lernen, sondern sie kreieren sich obendrein ein direktes Erfolgserlebnis. Die Technik des Motion Tracking, die dabei zum Einsatz kommt, reagiert bereits auf winzige Bewegungen.

Zunächst erfasst eine leistungsfähige, an einen Computer angeschlossene Kamera kleinste Regungen vom Fingerzeig bis hin zum Wimpernschlag, die von einer Software ausgewertet werden. Ein weiteres Programm erzeugt aus den Bildern Töne und Klänge. Innerhalb kürzester Zeit erfahren die Personen ganz intuitiv, wie sie Geräusche erzeugen können.

Vor allem für therapeutische Zwecke innerhalb der Arbeit mit behinderten, aber auch an Demenz erkrankten Menschen ist der MotionComposer gedacht. Erste Praxiserfahrungen konnte das Team hierbei an der Förderschule Dresden sammeln. In Zusammenarbeit mit den Pädagogen vor Ort erprobten sie mit Schülerinnen und Schülern den intuitiven Zugang zu den unterschiedlichen Klangumgebungen.

Erdacht wurde die Komposition in den Arbeitsräumen von "neudeli", der Gründerwerkstatt der Bauhaus-Universität. Und dort wird die Entwicklung derzeit auch verfeinert: Aus Laptop, Kamera und Tonanlage soll ein einziges Gerät werden, das - mit Klangumgebungen aus ausgewählten Geräuschen ausgestattet - regulär auf den Markt kommt. Bereits jetzt bietet das Team Workshops für Schulen und Einrichtungen der Behindertenhilfe an.

An der Fakultät Bauingenieurwesen wurde die Initiative Breitband-Investitionsindex (BIIX) entwickelt. Die Vereinsmitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, den Breitbandmarkt in Deutschland auszubauen und weiterzuentwickeln.

Mit einem Verfahren zur einfachen Erstellung nutzerspezifischer Apps sind auch erneut zwei Masterstudenten der Medieninformatik zu Gast in Hannover, die ihr Projekt bereits im vergangenen Jahr vorstellten. Das ebenfalls von der Gründerwerkstatt "neudeli" unterstützte Programm "Apphoria" bietet ein Baukastensystem, mit dem Laien unabhängig vom Betriebssystem ihres Smartphones schnell, qualitativ hochwertig und kostengünstig eigene Apps erstellen können.

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