Guter Rat: So hält der Kamera-Akku länger durch

Ob im Urlaub, auf Festen oder im Alltag: Eine Digitalkamera hält die Momente fest, die dem Fotografen wichtig sind. Doch Hand aufs Herz: Wie viele tolle Bilder und Motive sind Ihnen schon durch die Lappen gegangen, weil der Akku im entscheidenden Moment leer war?

Foto: zgt

Besitzer einer aktuellen Kamera können sich damit behelfen, dass sie stets einen Zweit-Akku mit sich führen. Geht Energiespender Nummer Eins mitten in der Foto-Session dann der Saft aus, ersetzt man ihn einfach durch den zweiten und verpasst so praktisch kein Motiv.

Doch Akkus sind teuer. Und für ältere Kameras ist es mitunter schwer, nach Jahren noch passende Ersatzakkus zu finden, die zudem ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis haben. Spätestens hier rächt sich die hohe Geschwindigkeit, mit der die Kamerahersteller immer neue, bessere und leistungsfähigere Apparate auf den Markt bringen, die die Vorgängermodelle ersetzen. Folge des raschen Modellwechsels: Nach spätestens zwei bis drei Jahren gibt's kein Zubehör mehr für Altkameras - und somit auch keine Akkus.

Natürlich könnte man das Nachschub-Problem umgehen, indem man jedes Jahr eine neue Kamera kauft. Doch wer will das schon? Viele Kamerabesitzer sind auch nach Jahren mit der Leistung ihrer betagten Kamera zufrieden. Mehr Megapixel, Zusatzfunktionen oder ein eingebautes GPS-Modul machen halt keine besseren Bilder.

Übrig bleibt als wichtigste Komponente der Akku, ohne ihn macht die Kamera keinen Mucks. Er verliert im Laufe der Zeit einen Teil seiner Leistungsfähigkeit. Wie schnell der schleichende Verlust erfolgt, liegt jedoch am Benutzer. Wer seinen Akku richtig pflegt und behandelt, kann die Lebenszeit des Energiespenders verlängern und dafür sorgen, dass ihm nicht so schnell die Puste ausgeht.

Wichtigste Erkenntnis in diesem Zusammenhang: Ein Akku verliert immer Leistung, ob er nun benutzt wird oder einfach nur in der Schublade liegt. Wie viel Energie dabei verloren geht, hängt vom Akku-Typ ab. Nickel-Metallhydrid-Akkus (NiMH) etwa verlieren pro Tag rund ein Prozent ihrer Ladung. Nach drei bis vier Monaten (ohne Benutzung) ist so ein Akku also leer und muss wieder aufgeladen werden.

Verhindern kann man den schleichenden Verlust nicht, er lässt sich zumindest aber reduzieren. Der Trick: Lagern Sie den Akku einfach im Kühlschrank. Die chemischen Prozesse im Innern des wiederaufladbaren Akkus werden dadurch verlangsamt, es geht weniger Energie verloren.

Praktischer Nebeneffekt der Kühlmaßnahme: Der Akku muss deutlich seltener aufgeladen werden. Weil Akkus nur eine begrenzte Anzahl von Aufladungen vertragen, erhöht sich durch die Lagerung im Kühlschrank auch deren Gesamtlebensdauer.

Die eigentliche Aufgabe des Akkus ist jedoch, die Kamera dauerhaft mit Strom zu versorgen. Dem Fotografen bieten sich dabei zahlreiche Möglichkeiten, damit sich der Akku möglichst langsam leert.

Dabei gilt: Praktisch jede Kamerafunktion verbraucht Strom. Um den Strombedarf zu reduzieren, sollte man daher nicht benötigte Features im Menü der Kamera deaktivieren. Ein echter Stromfresser bei neueren Kameras ist etwa die GPS-Funktion, die den Aufnahmeort in den Fotos speichert oder die Bewegung der Kamera erfasst (GPS-Logger-Funktion). Überlegen Sie sich, ob sie diese Funktion wirklich für jedes Bild brauchen. Bei Party-Fotos beispielsweise dürfte dies kaum der Fall sein.

Ihre Kamera ermöglicht Nachtaufnahmen? Dann haben Sie den nächsten Stromfresser gefunden. In diesem Modus verlängert die Kamera die Belichtungszeit, was im Vergleich zu Tagesaufnahmen deutlich mehr Strom verschlingt. Weitere Stromverbraucher finden sich in den Zusatzfunktionen der Kamera. Etwa das digitale Fotoalbum oder einfache Schnittfunktionen, mit denen der Anwender einen Ausschnitt der Originalaufnahme als eigenes Foto ablegen kann. Derartige Nachbearbeitungen der Bildmaterials führt man besser am PC oder Notebook durch.

Wer hält länger?

Wiederaufladbare Akkus haben eine begrenzte Lebensdauer. Diese hängt vor allem von der Zahl der möglichen Ladevorgänge ab. Die Vor- und Nachteile der Akku-Typen im Überblick:

NiMH-Akkus: Leiden kaum unter dem "Memory"-Effekt. Dabei geht Kapazität dauerhaft verloren, wenn der Akku vor dem Aufladen nicht vollständig entleert wurde. Tritt der Effekt dennoch auf, kann er behoben werden, indem man den NiMH-Akku mehrfach vollständig ent- und wieder belädt. Nachteil: Schon nach mehreren hundert Ladezyklen ist unter Umständen ein neuer Akku fällig.

Lithium-Ionen-Akkus: Der Memory-Effekt ist hier kein Thema, das Laden des Akkus kann daher bei jedem Füllstand erfolgen. Aufgrund der im Inneren ablaufenden chemischen Prozesse ist die Lebensdauer von Li-Ion-Akkus auf rund drei Jahre begrenzt. Bei sachgerechtem Umgang vertragen die Akkus zwischen 500 bis 1.000 Ladezyklen.

Lithium-Polymer-Akkus: Li-Po-Akkus ähneln den Li-Ion-Akkus. Anstelle flüssiger Elek­trolyte nutzen sie jedoch Elek­trolyte in Form einer festen oder gelartigen Folie. Li-Po-Akkus können daher beliebige Formen annehmen - ideal für kompakte Geräte wie Handys. Mit 300 bis 500 Ladezyklen sind sie allerdings kurzlebiger als Li-Ion-Akkus.

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