Gutes Zeugnis für Thüringer Hochschulen: Mehrzahl der Studenten zufrieden mit Unis

Erfurt  Studenten in Thüringen stellen ihren Unis ein gutes Zeugnis aus. Verbesserungsbedarf wird jedoch bei der Organisation der Lehre an den Hochschulen gesehen.

Studenten in einem Hörsaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Studenten in einem Hörsaal der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Foto: Sascha Fromm

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Die Mehrheit der Thüringer Studierenden stellt ihrer Hochschule einer Umfrage zufolge ein gutes Zeugnis aus. 58 Prozent sind demnach mit dem Studienangebot zufrieden oder sehr zufrieden, bei den Studienbedingungen sagten das sogar 62 Prozent. Etwas schlechter fiel die Bewertung der Betreuungsrelation aus: Mit dem Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden in Vorlesungen und Seminaren zeigten sich 54 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Das geht aus einer Befragung von mehr als 300 Studierenden im Freistaat hervor.

Die nicht repräsentative Erhebung fand im Zuge der diesjährigen Campustour des Linke-Landtagsabgeordneten Christian Schaft an den zehn verschiedenen Hochschulen statt.

Im Wintersemester 2018/19 waren nach Angaben des Landesamtes für Statistik in Thüringen etwa 49.500 Studierende eingeschrieben, darunter 49,8 Prozent Frauen. Im Vergleich zum Wintersemester 2017/18 sank die Zahl der Studierenden um 0,6 Prozent.

Höherer Praxisbezug gewünscht

Das Berufsberatungsangebot schneidet schlechter ab. Mit 45 Prozent war weniger als die Hälfte damit zufrieden. „Zudem könnte die große Prozentzahl der Nicht-Bewertung dem Umstand geschuldet sein, dass die Studierenden entsprechende Angebote nicht kennen oder noch gar nicht genutzt haben“, heißt es in der Auswertung der Campustour. Dieser Umstand solle „weiter untersucht und geeignete Maßnahmen ergriffen werden“.

Nach Schwierigkeiten beziehungsweise Änderungsbedarf gefragt, wurden fünf Komplexe häufig genannt: die verbesserungswürdige Organisation der Lehre, also der Klausuren und Seminare, sowie der Orientierungsphase zu Beginn des Studiums, transparentere Informationen, ein gewünschter höherer Praxisbezug, eine mangelhafte Raumsituation sowie eine Verbesserung von Lehre und Kommunikation mit Studierenden.

Lediglich 21 Prozent der Befragten gaben an, als studentische, wissenschaftliche oder künstlerische Hilfskraft gearbeitet zu haben. „Diejenigen, die aber diese Erfahrung bereits gemacht haben, bewerteten die Universität als Arbeitgeber zumeist als positiv“, heißt es. Allerdings sei öfter darauf hingewiesen worden, dass die Löhne im Vergleich zu Gastronomie oder Unternehmen eher niedrig seien. Für Schaft ist das ein Indiz, dass der Vorstoß für einen studentischen Tarifvertrag an den Thüringer Hochschulen richtig ist.

Auch die Verbesserung der Studienfinanzierung durch eine grundlegende Reform des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (Bafög) wurde von vielen Befragten angesprochen. Die entsprechenden Forderungen der Linke-Bundestagsfraktion werden von der Thüringer Landtagsfraktion unterstützt.

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