Eichsfelder Missionar Pater Paulus-Maria Tautz will für Glauben begeistern

Eichsfeld  Mit seiner Ostwindmission ist Pater Paulus-Maria Tautz, einer der ehemaligen Einsiedler von der Werdigeshäuser Kirche bei Kefferhausen, auch im neuen Jahr weiterhin rastlos unterwegs, um junge Menschen für den Glauben zu begeistern, und zwar für den katholischen Glauben. Er gehört der in New York gegründeten jungen Ordensgemeinschaft Franziskaner der Erneuerung an. 2018 gibt es die Ostwindmission bereits seit 10 Jahren.

Pater Paulus-Maria Tautz von den Franziskanern der Erneuerung bei einem Besuch in der Lokalredaktion Heiligenstadt. In jungen Jahren war der gebürtige Sachse einer der beiden Einsiedler, die in einem Wohnwagen bei

Pater Paulus-Maria Tautz von den Franziskanern der Erneuerung bei einem Besuch in der Lokalredaktion Heiligenstadt. In jungen Jahren war der gebürtige Sachse einer der beiden Einsiedler, die in einem Wohnwagen bei

Foto: Jürgen Backhaus

Vor einem Jahr hatte er zusammen mit einer Band im Eichsfelddorf Steinbach eine Holy Hour, eine Heilige Stunde der Anbetung Jesu, geleitet. Dann wollte er im Sommer am Wallfahrtsort Etzels ein „Gig“ (Gott ist groß) -Festival ausrichten, was aber aus organisatorischen Gründen ebenso nichts wurde wie im Klüschen Hagis.

In einem Gruß zum neuen Jahr auch an seine Freunde im Eichsfeld schreibt Pater Paulus-Maria: „Alle 3 Sekunden wird in den USA ein Katholik 18 Jahre alt. Bei uns in Deutschland hat man das Gefühl, dass alle 3 Sekunden ein Katholik 80 wird. Wir brauchen ohne Zweifel eine Verjüngungskur! Darin sehe ich regelrecht meine Hauptaufgabe in Deutschland. Wir brauchen wieder neue Hoffnung und ein gesundes katholisches Selbstvertrauen“, sagt er. Wenn am Sonntag in Deutschland zum Beispiel „nur noch“ rund 12 Prozent Katholiken in die Kirche gehen, seien das immerhin noch etwa 2,5 Mio. „Das soll uns erst einmal eine andere Organisation in Deutschland nachmachen“, so der Franziskaner der Erneuerung. „Wir sind schwach, aber immer noch stark.“

Im Juli 2017 konnte der neue Verein „Initiative Ostwind 3000 e.V.“ mit vielen freiwilligen Helfern in einer Woche drei Gig-Festivals mit etwa 1200 meist jungen Menschen organisieren. Am Kloster Waghäusel (bei Speyer), Mindelstetten (bei Ingolstadt) und Rosenthal (bei Dresden) habe dieses Model der Verkündigung für Jugendliche und junge Familien funktioniert, so der Pater. Die Musik, die Zeugnisse und die Atmosphäre hätten die Herzen der Menschen geöffnet. Nach jedem Konzert gab es eine eucharistische Prozession in die Wallfahrtskirche und fast alle, jung und alt, gingen mit. „Gott ist nicht gut, sondern sehr gut!“, meint er.

Die Mission habe schon vielen jungen Leuten auch in abgelegenen ostdeutschen Pfarreien Mut und Hoffnung gebracht. Dabei fahren jeweils etwa 20 junge Leute zu Diaspora-Pfarreien in verschiedenen ostdeutschen Diözesen und veranstalten Anbetungsstunden (Holy Hour) mit Musik und Zeugnissen. In diesem Jahr geht es auf die Insel Rügen und Stavenhagen bei der Müritz. Geplant ist auch ein Lobpreis-Camp über Christi Himmelfahrt im Schönstatt-Zentrum Ingolstadt. Zudem organisiert Pater Paulus Männer-Einkehrtage und Konferenzen, deren Termine auf der Internetseite www.gottesmaenner.de stehen, und im Schloss Maxen bei Dresden Einkehrtage und Familientreffen. Seit drei Jahren ist der Gottesmann im deutschsprachigen Raum unterwegs und konnte schon vieles anstoßen. Und im katholischen Radiosender Radio Horeb gab es seitdem fast monatlich eine Spiritualitätssendung.

Vielseitig und deutschlandweit sei die Arbeit des in seiner Heimatstadt Pirna ansässigen Vereins „Initiative Ostwind 3000 e.V.“, der das Spendensammeln für die missionarische Arbeit ermöglicht, und sie wachse und gedeihe.

Unterstützt wird er seit zehn Jahren auch vom Bonifatiuswerk Paderborn, das ihm für die Anschaffung eines Kleinbusses, in den 9 Leute mit Gepäck passen, 20 000 Euro gibt. Aber 10 000 Euro muss der Verein aufbringen. „Die ganze Gemeinschaft der Franziskaner der Erneuerung, 75 Priester und 45 Brüder, betet jeden Freitag für unsere Unterstützer.“

Pater Paulus geht davon aus, dass 2018 die Gig-Festivals an den selben Orten wie 2017 mit verdoppelter Teilnehmerzahl stattfinden. In Rosenthal mache das ganze Dorf mit. „Immer mehr junge Leute lassen sich begeistern und machen aktiv mit“, freut er sich. Solche Veranstaltungen würden zeigen, dass die katholische Kirche lebendig und jugendgemäß sein könne.

Viele Firmlinge dächten heute leider, die Kirche habe ihrem Leben nicht viel zu sagen. „Sie orientieren sich an anderen Dingen oder falschen Freunden und verlieren bald ihren Weg mit Gott. Durch eine gute Erfahrung einer authentischen katholischen Jugendkultur wird die Botschaft des Evangeliums für sie wieder relevant“, ist er überzeugt. „Deutschland braucht jetzt junge Leute, die stark im Glauben verwurzelt sind.“

www.ostwindmission.de

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