Klaus Zeh verlässt die politische Bühne

Nordhausen  Nordhausens Oberbürgermeister tritt zurück.

Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh tritt zum 19. Juni zurück. Foto: Marco Kneise

Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh tritt zum 19. Juni zurück. Foto: Marco Kneise

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Mit Klaus Zeh tritt einer der profiliertesten Kommunalpolitiker Thüringens ab: Der Oberbürgermeister von Nordhausen hat am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt angekündigt. Der CDU-Politiker hatte das Amt 2012 von Barbara Rinke (SPD) übernommen und war nach den Kommunalwahlen der einzige CDU-Oberbürgermeister Thüringens.

Die Amtsniederlegung erfolgt zum 19. Juni. „Meine gesundheitliche Situation hat zur Folge, dass ich durch Behandlungen öfter und länger ausfallen muss und darum mein Amt als Oberbürgermeister nicht mehr vollständig ausfüllen kann“, erklärt Zeh. Die Bürger der Stadt Nordhausen dürften jedoch zu Recht erwarten, „dass die Aufgaben der Amtsführung von den Verantwortungsträgern zu hundert Prozent erfüllt werden“.

Seine Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, so Zeh, der seit der friedlichen Revolution 1989 nahezu 28 Jahre in der Politik tätig war. „Für diese Möglichkeit war und bin ich dankbar. Verantwortung um der Menschen willen zu übernehmen, hat mich in all den Jahren erfüllt. Es ging mir dabei nie um kurzatmigen Beifall. Es ging mir um den Blick auf das Ganze und vor allem um Nachhaltigkeit.“

Einsatz für Familien und deren Kinder angekündigt

Im Rahmen seiner gesundheitlichen Möglichkeiten will sich Zeh auch nach seinem Rücktritt weiter politisch einsetzen – vor allem, wie er in seiner Rücktrittserklärung schreibt, für Familien, deren Kinder und kommende Generationen.

Seine politische Karriere begann der gebürtige Leipziger, der dem Thüringer Landtag von 1990 bis 2012 angehörte, nach der Wende im Demokratischen Aufbruch (DA). Zeh war 1990 stellvertretender Vorsitzender und Thüringer DA-Chef. Nach der Fusion mit der CDU war er für zwei Jahre CDU-Landesvize. Der ausgebildete Elektronik-Ingenieur leitete von 1990 bis 1994 das Finanzministerium. Als er mit Beginn der Großen Koalition nicht mehr Minister war, übernahm er neun Jahre lang Aufgaben in der Fraktion und der Landespartei verschiedene Funktionen. Unter anderem war er von 1999 bis 2003 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag. Im Frühsommer 2003 berief Dieter Althaus Zeh als Sozialminister in sein Kabinett.

Als ehemaliger Herr über die Landeskasse war er mit vielen Ressorts und deren Zwängen vertraut. In der Thüringer CDU galt Zeh als eine Art Personalreserve.

Kein Freund des harten politischen Schlagabtauschs

Auch in der Kommunalpolitik ist er viele Jahre aktiv gewesen – unter anderem im Stadtrat. Von 1993 bis 2015 war er Kreisvorsitzender der CDU in Nordhausen.

Er agierte in seinen politischen Ämtern mit diplomatischem Geschick und hat einen freundlichen, umgänglichen Stil. Der harte politische Schlagabtausch liegt weniger in seiner Natur.

Auch ehrenamtlich ist Zeh seit Jahren engagiert. Im Juni 2011 wurde er zum Präsidenten des Deutschen Familienverbandes gewählt. Es ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Familien, deren Interessen er auf der kommunalen wie Landes- und Bundesebene vertritt. In dieser Funktion stand er in den Jahren 2013 und 2014 auch der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen vor.

Zeh ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er gilt als Familienmensch mit sozialem Engagement.

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