Neues Faltblatt warnt: Schon einfaches Babyschütteln ist gefährlich

Erfurt  Ein neu aufgelegtes Faltblatt soll Eltern insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt ihres Babys unterstützen – erstmals gibt es dieses in fünf Sprachen. Der Flyer „Babys nicht schütteln“ klärt über die Risiken auf, die für Säuglinge durch zu starkes Hin- und Herbewegen entstehen.

Kleine Kinder brauchen behutsamen Umgang. Foto: Patrick Pleul

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Ein neu aufgelegtes Faltblatt soll Eltern insbesondere in den ersten Monaten nach der Geburt ihres Babys unterstützen – erstmals gibt es dieses in fünf Sprachen. Der Flyer „Babys nicht schütteln“ klärt über die Risiken auf, die für Säuglinge durch zu starkes Hin- und Herbewegen entstehen. Außerdem gibt er Tipps für den Umgang mit dem schreienden Baby und weist auf verschiedene Informationsangebote und Beratungsstellen hin, an die sich Eltern wenden können.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde der Flyer als Gemeinschaftsprojekt des Thüringer Bildungsministeriums, des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, der Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz in Thüringen sowie der Techniker Krankenkasse (TK) in Thüringen aktualisiert und neu aufgelegt.

Manche Babys schreien beinahe ununterbrochen. Gerade in der ersten Zeit nach der Geburt kann dies Eltern verunsichern. „Wichtig ist, dass Eltern wissen, dass sie nicht allein sind, sollten sie doch einmal das Gefühl haben, an die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu stoßen. Dadurch kann möglichem Fehlverhalten vorgebeugt werden“, sagt Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke).

„Für uns war es selbstverständlich, das Projekt zu unterstützen. Der Flyer ist ein gutes Beispiel, wie mit einfachen Mitteln Wissen erweitert und damit Leben geschützt werden kann“, sagt Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke). „Der Flyer klärt unkompliziert und mit ergänzenden Illustrationen auf.“

Insgesamt 20 000 Exemplare in fünf Sprachen

„Mit dem Flyer können wir einer Vielzahl von Eltern vermitteln, dass sie jederzeit Unterstützung und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen können“, sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung in Erfurt. „Leider gibt es immer wieder Fälle, in denen Babys durch Schütteln starker Schaden zugefügt wird. Das zeigt, dass weiter Aufklärung nötig ist.“

Um auch Eltern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, zu erreichen, wurde der Flyer in vier weiteren Sprachen produziert – die arabische, englische, russische und türkische Version gibt es jeweils in 2500-facher Ausführung, von der deutschen Fassung gibt es insgesamt 10 000 Stück.

„Gerade Menschen, die zum ersten Mal Eltern werden oder gerade geworden sind, nehmen hilfreiche Informationen und Unterstützung meist dankbar an. Sie kommen zum Beispiel zu uns ins Familienzentrum“, berichtet Susanne Zwiebler, Landesgeschäftsführerin des Deutschen Familienverbandes (DFV). „In den vergangenen Jahren ist der Bedarf an fremdsprachigen Informationen stark gestiegen. Besonders bei so lebenswichtigen Themen sollte niemand aufgrund von Sprachbarrieren auf Information, Beratung und Unterstützung verzichten müssen!“

Um möglichst viele Familien zu erreichen, wird der Flyer unter anderem bei Kinderärzten, Hebammen, in Familienzentren, Erziehungsberatungsstellen und Kinderschutzdiensten ausgelegt. Falls trotz des bestehenden Netzwerkes nicht alle Interessierten erreicht werden, kann der Flyer in den verschiedenen Sprachen über die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, unter info@jugendschutz-thueringen.de , bestellt werden.

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