Guter Rat: Stressfallen besser erkennen

Am Bildschirm ploppt eine E-Mail nach der anderen auf, und Überstunden sind unvermeidbar. Jeder kennt das. Tim Hagemann, Professor für Arbeitspsychologie (FH Bielefeld) nennt die fünf häufigsten Stressauslöser und erklärt, wie Beschäftigte mit ihnen besser umgehen.

Wollen die Kollegen Arbeit abwälzen? Einfach mal "nein" sagen! Foto: Monique Wüstenhagen

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Die Kollegen wollen Arbeit abwälzen: Die Arbeit türmt sich, bald steht eine wichtige Präsentation an, und nun will einem der Kollege eine Aufgabe zuschanzen, für die Mitarbeiter nicht zuständig sind. "Das Stressauslösende ist hier die Ungerechtigkeit und der Ärger über den Mehraufwand", erklärt Professor Hagemann. Am besten ist dann, einfach "nein" zu sagen, sagt Werner Gross, Psychotherapeut aus Offenbach.

Doch wenn in der Firma gerade viel los ist, ist das häufig keine Option. "Nimmt man die Aufgabe an, ist es besser, sich nicht mehr darüber zu ärgern, sondern mit einer positiven Einstellung an die zusätzliche Arbeit heranzugehen", rät Hagemann.

Ein Meeting-Marathon steht an: Steht ein Tag voller Meetings an, ist es entscheidend, sich innerlich auf diesen Marathon einzustellen. Zunächst sollten Beschäftigte herausfinden, was sie an den Meetings stresst, sagt die Karriereberaterin Ute Bölke aus Wiesbaden. "Staut sich in der Zeit die eigentliche Arbeit an? Oder ist es die Sinnlosigkeit meiner Anwesenheit in dem Meeting?" Dann sollten sie nach Lösungen suchen. Häufig ist die Teilnahme jedoch unvermeidbar. Dann versuchen Berufstätige am besten, sich die Zeit interessant zu gestalten. Das kann etwa ein eigener Beitrag zur Diskussion sein. Andere nutzen es zum Netzwerken mit bislang unbekannten Kollegen.

Eine neue Aufgabe überfordert Mitarbeiter: Fühlt man sich mit einer neuen komplexen Aufgabe überfordert, ist es zunächst sinnvoll, sich Unterstützung zu suchen, sagt Hagemann. Manchmal könne es schon helfen, ein Thema mit einem erfahrenen Kollegen durchzusprechen. Sei keine Hilfe verfügbar, sollten Arbeitnehmer die Herausforderung in kleine Zwischenziele aufteilen, erklärt Psychotherapeut Gross.

Überstunden sind absehbar: Wenn die Abteilung ein Projekt angenommen hat, für das sie eigentlich unterbesetzt ist, sind Überstunden für die nächsten Wochen programmiert. "Ratsam ist es, eine annehmende Haltung einzunehmen und zu akzeptieren, dass der kommende Zeitraum anstrengend wird", erklärt Bölke. Außerdem sollten sich Arbeitnehmer in der Situation eine Belohnung für die Zeit nach dem Projekt in Aussicht stellen - das kann ein Ausflug mit der Familie sein oder ein kleiner Urlaub.

Das E-Mail-Postfach quillt über: Berufstätige sollten E-Mails in Kategorien einteilen, rät Gross. Priorität A sei wichtig und dringend und müsse daher umgehend erledigt werden. Priorität B sei wichtig, aber nicht dringend und könne auch ein paar Stunden später noch beantwortet werden. Priorität C sei dringend, allerdings nicht wichtig. Hier müssen Beschäftigte selbst entscheiden, ob sie auf die Nachricht überhaupt reagieren wollen oder sie einfach ignorieren. Zur besseren Übersicht können sie die E-Mails im Postfach mit verschiedenen Farben markieren.

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