Mikroskopische Kolitis: Die unentdeckte Darmkrankheit

Was ist die Ursache für Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen? Professor Ahmed Madisch versucht die Antorten zu geben.

Im begehbaren Darmmodell erkunden angehende Gesundheits- und Krankenpfleger unterschiedliche Darmerkrankungen. Foto: Sylvia Eigenrauch/Archiv

Im begehbaren Darmmodell erkunden angehende Gesundheits- und Krankenpfleger unterschiedliche Darmerkrankungen. Foto: Sylvia Eigenrauch/Archiv

Foto: zgt

Hannover. Welche Symptome sind typisch bei mikroskopischer Kolitis?

Leitsymptom bei der mikroskopischen Kolitis ist chronischer, wässriger Durchfall. In der Regel suchen Betroffene vier, fünf Mal täglich die Toilette auf, manchmal auch nachts. Einige Patienten leiden dazu unter Bauchschmerzen.

Wen trifft die mikroskopische Kolitis?

75 bis 80 Prozent der Patienten sind Frauen. Betroffen sind vor allem Frauen ab 50 Jahre. Jedoch trifft die Erkrankung auch Männer und in seltenen Fällen sogar Kinder. Studien belegen, dass Raucher überproportional stärker betroffen sind.

Wie häufig kommt die Erkrankung vor?

Wir gehen davon aus, dass die mikroskopische Kolitis innerhalb der Gruppe Frauen 50 plus in zehn Prozent der Fälle die Ursache für chronischen Durchfall ist. Damit tritt die mikroskopische Kolitis genauso häufig auf wie die weit verbreiteten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die allerdings meist jüngere Menschen treffen. Die Zahl der Neuerkrankungen ist ansteigend.

Wie wird diagnostiziert?

Um die Krankheit zu erkennen, ist eine Darmspiegelung erforderlich. Dabei ist es zwingend notwendig, Gewebeproben aus der Darmschleimhaut zu entnehmen, denn die mikroskopische Kolitis ist nur unter dem Mikroskop zweifelsfrei diagnostizierbar.

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