Amtstierarzt überprüft Gelände: Schäfer verteidigt seine Hundehaltung

Unter "unwürdigen Bedingungen" würden Hunde auf einem Gelände nahe Schkölen gehalten. Das schrieb uns unser Leser Ernst Baum und bat auf diesem Weg um Hilfe für die Tiere.

Stadtroda. Die TLZ recherchierte und erfuhr beim Veterinäramt, dass es sich um eine Schäferei handelt, die dem Amt bekannt ist und auch kontrolliert werde. Den Tieren gehe es soweit gut. Für ordnungsbewusste Passanten wirke das Gelände jedoch tatsächlich etwas befremdlich, sagte der Amtstierarzt Stefan Suhrke in der vergangenen Woche.

Nun meldete sich der Schäfer auf den Artikel zu Wort und erklärte: "Zunächst mal ist es egal, wie es auf dem Gelände aussieht, wichtig ist, dass es den Tieren gut geht - und meinen Tieren geht es gut." Er könne sich vorstellen, dass Menschen, die von der Schäferei und der Landwirtschaft nicht sehr viel verstehen, vielleicht verwundert sind, aber "Müll und Unrat" - wie es unser Leser beschrieb - gebe es auf seinem Gelände nicht. "Wo gearbeitet wird, da liegt eben auch einiges umher. Es handelt sich vorrangig um Ersatzteile, Autoreifen oder Folien für Siloballen Dinge, die für die landwirtschaftliche Produktion eben nötig sind", so der Schäfer.

Dr. Stefan Suhrke machte sich nach unserer Anfrage jedoch zu einem Kontrollbesuch auf: "Dass auf dem Gelände alte Maschinen umherstehen, hat mich nicht zu interessieren, mir geht es ja um die Tierhaltung", sagt er. "Und solange aus den Maschinen nichts ausläuft, ist auch das Umweltamt nicht weiter verantwortlich - das hat dem Schäfer auch schon einen Besuch abgestattet."

Kettenhaltung ist verboten

Einige Mängel hatte der Tierarzt dann aber doch festzustellen, die der Schäfer innerhalb der letzten Tage aber behoben hat, wie Suhrke uns mitteilte. "Kettenhaltung ist in Deutschland beispielsweise verboten. Der Schäfer hat seine Hunde jetzt an Laufleinen. Es ist vorgeschrieben, dass sich die Hunde mindestens fünf Meter nach rechts und links bewegen können." Außerdem hatte der Schäfer bereits eine neue Hunde-Hütte gezimmert.

An der Größe der Zwinger müsse noch gearbeitet werden, sagt Suhrke. In der Tierschutzhundeverordnung sind die Grundflächen für einen Zwinger genau vorgeschrieben. Je nach Schulterhöhe des Hundes (bis 50 Zentimeter, 50 - 65 Zentimeter, mehr als 65 Zentimeter)müssen die Zwinger 6, 8 oder 10 Quadratmeter haben. Für jeden weiteren Hund im Zwinger kommt dann nochmal die Hälfte der Grundfläche dazu. "Das heißt zwei Dackel bräuchten einen Zwinger von 9 Quadratmetern", erläutert Suhrke.

Suhrke schlägt vor, dass sich unser Leser das Gelände genauer ansieht und sich vom Schäfer die Tiere - 25 Hunde darunter 9 Welpen - zeigen lässt. "Dazu ist der Schäfer sicher bereit." Ordnung sei relativ: "Ich habe schon härtere Fälle gesehen", sagt Suhrke.

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