Aufruf: Wir freuen uns auf Ihre Weihnachtsgeschichte

Gerlinde Sommer
| Lesedauer: 3 Minuten
Zwei glücklich strahlende Mädchen mit ihrer mondänen Mutter: Das zeigt der Blick ins großbürgerliche Wohnzimmer von Familie Kirves in Mühlhausen 1927. Sigrid Rothe hatte die Geschichte ihrer Vorfahren im vergangenen Jahr erzählt – auch mit Blick auf den späteren Niedergang.

Zwei glücklich strahlende Mädchen mit ihrer mondänen Mutter: Das zeigt der Blick ins großbürgerliche Wohnzimmer von Familie Kirves in Mühlhausen 1927. Sigrid Rothe hatte die Geschichte ihrer Vorfahren im vergangenen Jahr erzählt – auch mit Blick auf den späteren Niedergang.

Foto: Sigrid Rothe

Weimar.  Leser schreiben zum Advent: Lassen Sie uns an Ihren Erinnerungen rund um das Christfest teilhaben.

Alle Jahre wieder: Die TLZ ruft Leserinnen und Leser auf, ihre Erinnerungen an frühere Zeiten aufzuschreiben und zur Verfügung zu stellen. Wie wurde einst der Advent als Zeit der Heimlichkeiten und Vorbereitung begangen? Wie wurde Weihnachten gefeiert?

In den Vorjahren spielten oft Erinnerungen an Weihnachten im 2. Weltkrieg ein Rolle. Und die ersten Feste in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre, als Familien, oft nach Flucht und Vertreibung, in Thüringen neu anfangen mussten. Diese Themen waren anrührend, schienen aber fern. Es waren die Erinnerungen der Hochbetagten. Jüngere Menschen erinnerten an Weihnachten zu DDR-Zeiten oder das Fest 1989, nachdem kurz zuvor die Grenzen geöffnet worden waren.

Wie ist es, wenn jemand heimatlos geworden ist?

Jetzt erleben erneut Menschen in Europa Krieg, Flucht und Vertreibung. Seit Februar leben vor allem ukrainische Mütter, Kinder sowie Großeltern unter uns, die fliehen mussten, weil sie zuhause ihres Lebens nicht sicher sind. Insofern liegt es bei der diesjährigen Aktion „Leser schreiben zum Advent“ nahe, auf das Fest unter schwierigen Bedingungen einzugehen. Eben weil jemand seine Heimat verlassen musste. Weil ein geliebter Mensch kurz zuvor verstorben war.

Wie feiern, wenn einem eigentlich nicht zum Feiern zumutet ist? Nun, Weihnachten ist, wenn Menschen Besinnlichkeit suchen und Beistand finden. Gerade auch im Glauben, in der Zuversicht. Liebe Leserinnen und Leser, fühlen Sie sich durch diese Hinweise nicht eingeschränkt, sondern ermutigt. Die Adventsserie, die in der TLZ bereits Tradition hat, lebt davon, dass Menschen sich eben auch an fröhliche Weihnachten erinnern. Erzählen Sie uns beispielsweise, wie Ihr größter Wunsch in Erfüllung ging. Oder erinnern Sie sich daran, was Sie für Eltern oder Geschwister gebastelt haben, um sie zum Fest beschenken zu können. Erzählen Sie von frostigen Winterfreuden mit dem neuen Rodelschlitten. Oder vom kargen, aber schmackhaften Mahl, das einst auf den Tisch kam. Von der verbrannten Gans. Oder dem verpassten Zug auf dem Weg zum Fest …

Der Advent ist die Zeit der Besinnung. Wichtig ist das Zusammensein mit unseren Liebsten. Und die Sorge, ob alle gesund und wohlbehalten sind – gerade auch in diesen von Krisen und Krankheiten geschüttelten Zeiten. Wir wollen diese Wochen bis Weihnachten nutzen, um Ihren Erinnerungen Raum zu geben. Herzlichen Dank!

So können Sie mitmachen:

„Leser schreiben zum Advent“ mit vollständiger Adresse und Telefonnummer bitte an Falls Sie Bilder zur Illustration haben, bitte mitsenden (Dateigröße mindestens 1 MB). Falls Sie keinen Zugang zum Internet haben, nehmen wir ausnahmsweise auch Ihr – bitte mit Maschine geschriebenes – Manuskript an: TLZ-Chefredaktion, Goetheplatz 9a, 99423 Weimar (wir können weder Manuskript noch Fotos zurückschicken). Wer teilnimmt, erklärt sich mit der kostenfreien Veröffentlichung von Text und Foto in Print und digital einverstanden.