Erfurter Fotograf Appleby veröffentlicht Buch über Elefantenwaisen

Erfurt  Seine Abschlussarbeit an der Bauhaus-Universität Weimar verschlug den Fotografen Hamish John Appleby nach Sri Lanka. Etwa 5500 Asiatische Elefanten leben dort. Gründe, wieso einige zu Waisen werden, gibt es viele. Mit einem Buch will er nun aufklären.

Wie Elefanten, die ihre Eltern verloren haben, in Sri Lanka aufwachsen, erzählt der Erfurter Fotograf Hamish John Appleby in einem Fotoband. Foto: Hamish John Appleby

Wie Elefanten, die ihre Eltern verloren haben, in Sri Lanka aufwachsen, erzählt der Erfurter Fotograf Hamish John Appleby in einem Fotoband. Foto: Hamish John Appleby

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Wenn Hamish John Appleby über Elefanten spricht, kommt er schnell ins Schwärmen. „Ihre Haut ist wie

eine Landschaft. Und ihre Augen erst! Es sind einfach fabelhafte Tiere.“ Appleby lebt seit zehn Jahren in Erfurt. An einem Strand in seiner australischen Heimat verliebte er sich einst in eine Thüringerin - und kurz darauf auch in die Stadt an der ­Gera.

Vor einer Weile entflammte sein Herz erneut. Für Dickhäuter. Seine Abschlussarbeit an der Bauhaus-Universität Weimar verschlug den selbstständigen Fotografen nach Sri Lanka. Im Inselstaat im Indischen Ozean lebte er für einige Monate in Sichtweite zu den Rüsseltieren. Zu jungen Rüsseltieren. „Es gibt in Sri Lanka Waisenhäuser für Elefantenkinder“, sagt Appleby. „Im Elephant Transit Home habe ich fotografiert - und sehr viel in freier Wildbahn.“ Etwa 5500 Asiatische Elefanten leben in Sri Lanka. Gründe, wieso einige zu Waisen werden, gibt es viele.

Crowdfunding-Kampagne für Buchveröffentlichung

Immer wieder passiert es, dass Elefanten vor Züge laufen und nach dem Zusammenstoß verenden. Des Weiteren sind manche Bauern den großen Säugetieren nicht gerade wohlgesonnen. Um ihre Felder zu schützen, greifen einige zum Gewehr oder zu Sprengsätzen. Tote oder verkrüppelte Tiere sind die Folge. „Hinzu kommt, dass Elefanten in der Wildnis gefangen werden, um quasi als Statussymbol gehalten zu werden. Oft werden sie misshandelt“, sagt Appleby. Im Elefantenwaisenhaus werden elternlose Jungtiere so lange versorgt, bis sie in der Lage sind, ihren eigenen Weg in Freiheit zu suchen.

Um über die großen Pflanzenfresser aufzuklären, möchte Hamish John Appleby ein Buch veröffentlichen - rund 200 Seiten dick, gefüllt mit 130 seiner Fotos aus Sri Lanka und angereichert mit ausführlichen Informationen in englischer Sprache rund um Lebensweise, Eigenheiten und das Verhältnis zum Menschen. „Das Buch soll informieren und durch die Bilder einen engen Kontakt zur Lebenswelt der Elefanten ermöglichen“, sagt der Autor.

Ein Exemplar des professionell gestalteten Buches „Proboscidea - The emotional lives of elephants“ liegt vor ihm auf dem Tisch. Um eine Startauflage von 1000 Büchern zu drucken, sucht Appleby nun Unterstützer. Eine Crowdfunding-Kampagne hat gerade begonnen.

„Alle Einnahmen, die über die Produktionskosten hinausgehen, werden dem Waisenhaus zugute kommen“, sagt Appleby. Bis zum Jahresende kann gespendet werden: Zur Crowdfunding-Kampagne

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