Hotelchefin fordert Stadt zum Handeln am Wielandplatz auf

Weimar  Claudia Wießner ist Chefin des Hotels Amalienhof am Wielandplatz. Sie plädiert für Rücksichtnahme und will, dass die Stadt Flagge zeigt.

Nach den langen Partynächten bleibt häufig viel Müll liegen. Zudem werden Anwohner und die Gäste des Hotels Amalienhof durch einen hohen Lärmpegel gestört. Foto: Maik Schuck

Nach den langen Partynächten bleibt häufig viel Müll liegen. Zudem werden Anwohner und die Gäste des Hotels Amalienhof durch einen hohen Lärmpegel gestört. Foto: Maik Schuck

Foto: zgt

Mal reisen Gäste vorfristig ab, mal sorgt der Partylärm am Wielandplatz für schlechte Noten auf Reiseportalen. Auch das Hotel Amalienhof ist in vielfacher Hinsicht geplagt von der Feierwut. Wir sprachen dazu mit Geschäftsführerin Claudia Wießner.

Wie war die jüngste Nacht, Frau Wießner?

Laut und ungestüm. Es saßen bis 3 Uhr feiernde Menschen vor der Haustür, also bis direkt in unseren Eingangsbereich. Es war eine große, bunte Menschenmenge, man feierte, ließ es sich gut gehen und unsere Gäste konnten leider nicht schlafen. Zudem wurde ab 1 Uhr auch noch Musik gespielt. Die Versorgung mit Getränken und anderen Dingen ist ja durch den Nahkauf gewährleistet.

Ihre Gäste beschweren sich.

Nicht nur. Vorgestern reiste ein Ehepaar ab, das spät erst ankam und mitten in diesen Trubel geriet. Wir suchten für das Paar noch ein anderes Hotel. Andere ärgern sich morgens beim Frühstück.

Was läuft falsch?

Wenige nehmen Rücksicht. Dabei wissen viele, dass die Nachtruhe um 22 Uhr beginnt. Und nach Mitternacht wird jeder Mensch, der schlafen will, empfindsam.

Es gibt die Interessen der Anwohner. Und die derjenigen, die den Platz besuchen. Viele Menschen lieben die Piazza del Campo in Weimars Partnerstadt Siena auch und gerade wegen des lebendigen Trubels bis spät in die Nacht.

Wer aber Weimar besucht, glaubt, eine Kleinstadt zu besuchen. Man erwartet keine belebte Piazza, in der auch nachts das Leben tobt. Gäste, die Weimar besuchen, kommen mit einer ganz anderen Vorstellung.

Was würden Sie sich wünschen?

Gegenseitige Rücksichtnahme: Dass man den berechtigten Anspruch anderer Menschen auf Nachtruhe akzeptiert. Ich wünsche mir aber auch, dass endlich Stadt und Ordnungsamt Flagge zeigen und Maßnahmen ergreifen. Man könnte den Platz in den Nachtstunden ja offiziell zu einer glas- und alkoholfreien Zone erklären. Bis jetzt erfuhr ich zwar in den verschiedenen städtischen Ämtern Verständnis, aber noch keinerlei Unterstützung.

Stadt Weimar sucht am Wielandplatz weiter das Gespräch