Teilstück noch dieses Jahr befahrbar

Haynrode  Ortsumfahrung Haynrode wächst rasant. Gute Witterung sorgt für vorfristige Fertigstellung des Millionenprojekts

Bei Neustadt werden schon Leitplanken gesetzt. Am Forsthaus Hahn nimmt die Wildbrücke Gestalt an. Auf der fast fertigen Trasse wird schon neugierig Fahrrad gefahren. Winfried Ludolph ist sehr zufrieden mit den Arbeiten.Fotos: Eckhard Jüngel

Bei Neustadt werden schon Leitplanken gesetzt. Am Forsthaus Hahn nimmt die Wildbrücke Gestalt an. Auf der fast fertigen Trasse wird schon neugierig Fahrrad gefahren. Winfried Ludolph ist sehr zufrieden mit den Arbeiten.Fotos: Eckhard Jüngel

Foto: Eckhard Jüngel

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Beide Kreisverkehre sind so gut wie fertig, 75 Prozent der insgesamt 4,6 Kilometer langen Trasse sind mit Bitumen versehen. Teils fehlt zwar noch die Deckschicht, aber alles sieht nach einer fast fertigen Straße aus. „Ja, wir liegen dem Zeitplan voraus“, bestätigt Winfried Ludolph, Chefplaner vom Nordthüringer Straßenbauamt, mit einem Lächeln. „Die Baufirma leistet hervorragende Arbeit“, zieht er vor Markus Steinhäuser, Bauleiter der Firma Bauer aus Walschleben bei Erfurt den Hut.

Die Ortsumfahrung von Haynrode, um die lange und verbissen gekämpft wurde, ist fast fertig. Eigentlich sollte sie nach dem anfänglichen Zeitplan Ende nächsten Jahres freigegeben werden. Aber die Arbeiten gingen dank guter Wetterbedingungen so gut voran, dass etwa die Hälfte der neuen Trasse, nämlich das Teilstück zwischen Neustadt und dem Kreisverkehr am Abzweig Wallrode, noch dieses Jahr unter Verkehr gehen kann. „Aber nur, wenn wir es noch schaffen, ein Stück Straße am Ortsausgang Neustadt zu sanieren“, dämpft Ludolph die Euphorie selbst etwas ab. Dort sei die Fahrbahn durch die Bautätigkeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Aber Winfried Ludolph zeigt sich mit einem Blick auf die Wettervorhersage recht optimistisch, dass es klappen kann. Denn er möchte die bislang unabdingbare, aber umständliche Umleitung nach Großbodungen im Winter niemandem zumuten.

An dem etwa 2,5 Kilometer langem fast fertigen Teilstück werden bereits Leitplanken gesetzt. Letzte Arbeiten an den Kreisverkehren laufen noch. Ein großes Problem an der Trasse ist zwischendurch auch gelöst worden, ohne den rasanten Fortgang der Arbeiten zu verzögern: „Wir haben sehr komplizierten Baugrund“, erklärt Ludolph. Unter der Straße und Haynrode zieht sich Karstgestein hindurch. Es besteht erhöhtes Erdfall-Risiko. Darum wurde eine spezielle Konstruktionsschicht in die Trasse eingebaut, bei der es ausgeschlossen ist, dass sich plötzlich ein Loch in der neuen Trasse auftut. Die Erdarbeiten sind an der gesamten Trasse beendet, mehr als 100 000 Tonnen Erde wurden bewegt, schätzt Bauleiter Markus Steinhäuser. Das überzählige Erdreich wurde direkt in der Nachbarschaft zum Steinbruch von Deuna gebracht, um die dortigen Aufforstungs- und Renaturierungsarbeiten zu unterstützen.

Viel Arbeit gibt es aber noch am Abschnitt des Forsthauses Hahns und an der Wildbrücke. Dort gibt es noch keinen Bitumen. Und ein Flügel der Brücke kann erst fertiggestellt werden, wenn die neue Straße unter Verkehr ist. Denn wo der Flügel hin muss, verläuft derzeit die Behelfsumleitung.

Komplette Freigabe für Mitte 2018 angestrebt

Die aber werde auch nicht vollständig wieder rückgebaut, sondern später in den straßenbegleitenden Rad- und Gehweg integriert. Das Teilstück des Radweges zwischen Neustadt und Haynrode ist auch schon fertig. „Hier mussten die Gemeinden ein bisschen mithelfen“, so Ludolph. In Thüringen läuft deutschlandweit das Modellprojekt, bei dem Radwege zu 90 Prozent gefördert werden, die Gemeinden die restlichen zehn Prozent aufbringen. Aber bald, so Ludolph, gebe es hier einen durchgängigen Radweg von Breitenworbis bis Großbodungen. Von dort aus geht es dann 2019 weiter, wenn auch die Verbindungsstraße nach Kleinbodungen saniert wird. Derzeit nutzen schon eifrig Radfahrer, Spaziergänger und Jogger den bereits fertigen Teil an der neuen Umgehung. Und sie selbst wird Mitte kommenden Jahres fertig sein. Dann auch mit einer offiziellen Freigabefeier.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.