Ein Fall für Klartext

Zu den Vorschlägen des Rechnungshofpräsidenten Sebastian Dette zur Thüringer Verwaltungsreform schreibt die stellvertretende TLZ-Chefredakteurin Gerlinde Sommer:

Ramelow darf bei der CDU sagen, was dem Rechnungshofpräsidenten jetzt verwehrt wurde. Merkwürdige Sitten in einem Land, das sich so gern Freistaat nennt. Was ist eigentlich mit der freien Meinungsäußerung?

Nun: Was Ramelow sagen darf, kann gleich durch einen CDU-Granden relativiert werden. So findet sich mit dem innenpolitischen Sprecher Wolfgang Fiedler eine Person, die den Lesern des Internet-Blogs die Denkrichtung vorgibt: Das Konzept der Linken stelle den stärksten Gegensatz zu den Grundpositionen der Union dar. Und: Die Pläne der Linken seien nicht zielführend.

Ja, was soll da einer sagen, wenn er gelesen hat, was sich der Rechnungshofpräsident denkt?! Dette genügen vier Großkreise und eine kreisfreie Landeshauptstadt. Das Problem mit Dette ist nur: Der CDU-Mann lässt sich nicht so leicht in die linke Ecke stellen. Also findet sich ein CDU-General, der dem Rechnungshofpräsident die mathematischen Fähigkeiten abspricht: Dette emotionalisiere - wohl weil ihm die Zahlen und Fakten fehlten, so Mario Voigt.

Mag ja sein, aber das kann eigentlich nur wissen, wer es lesen darf. Und hier kommt die TLZ ins Spiel - das ist ein Fall für Klartext: Während Dette vom CDU-Blog, für den er um einen Gastbeitrag ersucht worden war, jetzt eine Absage kassiert hat, dokumentieren wir die wichtigsten Auszüge aus dem umfangreichen Papier. Warum? Weil darüber geredet werden muss.

Wer immer bei der CDU auf die Idee kam, den Beitrag des Rechnungshofpräsidenten in die Rundablage zu legen oder auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben, hat dem Land einen schlechten Dienst erwiesen. Was der Freistaat braucht, ist eine Reformdebatte. Und wer Dette widerlegen will, ist hiermit herzlich aufgerufen, dies auf seinem Niveau zu tun. Wir drucken, wir dokumentieren. Eine Partei des Verschweigens? Das ist der Thüringer CDU vor allem dies: unwürdig.

Dette: Vier große Kreise und Erfurt reichen für Thüringen

Zu den Kommentaren