Kommentar: Hilfe nicht missbrauchen

Frances Theres Beier zum Krankenschein per Telefon.

Frances Theres Beier

Frances Theres Beier

Foto: Daniel Volkmann

Sich mit Kopf- und Gliederschmerzen irgendwo hinzuschleppen, ist nie ratsam und schon gar nicht vernünftig. Und gerade jetzt sollte man wohl zwei Mal überlegen, ob wirklich nur die Nase läuft oder ob sich mehr anbahnt.

Spätestens dann ist der Anruf beim Hausarzt ratsam. Der kann wieder Krankschreibungen per Telefon ausstellen – vorerst bis zum Jahresende. Grund dafür: die steigenden Corona-Infektionszahlen. Vernünftig ist das, wenn man bedenkt, dass sich Menschen auf dem Weg zum Arzt beispielsweise in öffentlichen Verkehrmitteln oder im Wartezimmer gegenseitig anstecken können.

Ob nun mit einer fiesen Erkältung oder dem Corona-Virus: Beides gilt es zu verhindern. Bevor man die Krankschreibung mit der Post zugesendet bekommt, muss man einige Fragen zum eigenen Befinden beantworten. Da ist es wichtig, ehrlich die Symptome und Beschwerden zu schildern. Wehe dem also, der es ausnutzt, nicht persönlich vorstellig werden zu müssen. Der Versuch, die Stimme am Telefon heiser klingen zu lassen oder ganz und gar Atemnot vorzugaukeln, um einfach so zu Hause bleiben zu können, ist da fehl am Platz.

Erstens blockiert man damit die Leitung für die Leute, die wirklich kaum den Hörer in der Hand halten können – und zweitens ist man auch nicht besonders schlau, wenn man denkt, so das System austricksten zu können.

Denn gerade jetzt sollte jeder versuchen, der eigenen Verantwortung gerecht zu werden, damit sich die Situation nicht weiter verschärft. Die Krankschreibung am Telefon kann, das hat sich in der ersten Phase der Pandemie gezeigt, ein wirksames Mittel sein, Publikumsverkehr in den Arztpraxen zu minieren. Das hilft mit bei der Coronabekämpfung. Niemand sollte diese Hilfsmöglichkeit zu seinem eigenen Vorteil missbrauchen.