Kommentar: Jena überzeugt

Hanno Müller zur Förderung der Altersforschung.

TA-Redakteur Hanno Müller

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Foto: Marco Kneise

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Eine Millionen Euro Förderung – Forschung und Nachwuchsarbeit für weitere drei Jahre gesichert. Das ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, das positive Fazit in Sachen Unterstützung der Altersmedizin am UKJ durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung.

Eine alternde Gesellschaft bringt mehr Patienten mit komplexeren altersbedingten Erkrankungen hervor. Der Bedarf an Ärzten verschiedener Fachdisziplinen steigt, die neben dem Klinikalltag zu Ursachen und Therapien forschen. In Jena können junge Wissenschaftler vorerst weiter untersuchen, wie die Erholung von Erkrankungen im Alter gefördert und deren Fortschreiten verhindert werden kann.

Gut so. Hochschulen sind chronisch unterfinanziert. Wissenschaftler müssen sich selbst um die Finanzierung ihrer Vorhaben und Projekte kümmern. „Drittmittel“ schließen nicht nur Lücken, die knapp bemessene Haushalte hinterlassen. Sie machen auch bestimmte Forschungen erst möglich.

Schon länger spricht man von der sekundären Währung im Wissenschaftssystem. Für die Unis ergeben sich daraus zwar mehr Forschungsspielräume und Personal. Zugleich sind die so finanzierten Stellen wie auch die Forschungs-Projekte meist befristet. Kritiker befürchten zudem zunehmende Abhängigkeiten an Hochschulen von den Geldgebern oder deren Einflussnahme auf Forschungsfelder.

Der Kröner-Fresenius-Stiftung ist die Altersforschung in Jena so wichtig, dass sie für weitere drei Jahre Planungssicherheit schafft. Das deckt sich zum Einen mit den Zielen der Stiftung, die ihre Einkünfte zwar aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius (Helios) bezieht, dem gegenüber sie aber ihre Unabhängigkeit betont. Zum Anderen spricht es für Jena als Zentrum der interdisziplinären altersmedizinischen Forschung. Dass diese auch weiterhin überzeugt, darf zurecht gehofft werden.

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