Leitartikel: Ärztemangel

Die bewährten Lockmittel reichen nicht aus.

Sibylle Göbel.

Sibylle Göbel.

Foto: Mgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Noch ist die Versorgung durch Hausärzte in Thüringens ländlichen Regionen kein Problem. Zumindest kein generelles. Vor allem dank des vorausschauenden Agierens der ärztlichen Selbstverwaltung (Kassenärztliche Vereinigung) im Verbund mit der Landesregierung steht Thüringen diesbezüglich viel besser als andere Bundesländer da. Maßnahmen wie Stipendien oder „Fahrschulpraxen“, in denen Fachärzte die Selbstständigkeit ohne wirtschaftlichen Druck erproben können, verfehlen ihre Wirkung nicht.

Doch das darf mit Blick auf die demografische Entwicklung im Freistaat kein Ruhekissen sein: Denn auch wenn die Bevölkerung auf dem Land schrumpft, so brauchen doch die immer älter werdenden Menschen weiterhin einen Arzt in ihrer Nähe. Deshalb muss das Instrumentarium, mit dem junge Ärzte zu einer Niederlassung auf dem Land motiviert werden sollen, erweitert werden. Vergütungsanreize sind wichtig, reichen aber alleine nicht mehr aus. Mehr und mehr gefragt sind zum Beispiel auch feste Arbeitszeiten und Teamwork – nicht nur zwischen den Ärzten, sondern auch verschiedenen Gesundheitsberufen. Wie auch praktische Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Kindergartenplatz ausschlaggebend dafür sein kann, dass ein Arzt seine Zelte in einem kleinen Ort und nicht in der großen Stadt aufschlägt. Kurzum: Alte Zöpfe müssen abgeschnitten, innovative Konzepte umgesetzt werden. Und Lobbyisten, wie es sie gerade auch in der Gesundheitspolitik gibt, starre Haltungen endlich aufgeben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren