Leitartikel: Augen auf beim Einkauf

Nils Kawig findet, dass es nicht immer das Billigste sein muss.

TLZ-Chefredakteur Nils Kawig.

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Foto: Andreas Wetzel

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Da kann einem der Appetit vergehen ... Gerade erst waren es Keime in der Wurst, jetzt kommen Bakterien in der Milch hinzu, die uns krank ­machen. So mancher stellt sich die Frage, was er überhaupt noch essen und trinken darf. Offensichtlich ist kein Kraut gewachsen gegen die alle Jahre wiederkehrenden Lebensmittelskandale. Ich sage nur: Pferde-Lasagne, Ehec, Dioxin, Nematoden... Die Liste ließe sich problemlos verlängern.

Mal ist es Schlamperei, mal kriminelle Energie oder – wie im aktuellen Fall – angeblich ein technisches Problem. Auslöser für diese Lebensmittelskandale gibt es viele. Zugleich steigt die Zahl der Betroffenen ins schier Unermessliche, wenn beispielsweise die Milch eines einzigen Produzenten deutschlandweit verkauft wird. In den unterschiedlichsten Verpackungen steht sie in den Regalen. Für die Verbraucher ist schwer nachvollziehbar, woher das jeweilige Produkt stammt. So funktioniert der Einzelhandel, so werden Preise bewusst gedrückt.

Deutschland ist für seine niedrigen Lebensmittelpreise berühmt berüchtigt. Als eines der reichsten Länder der Welt hat es Discounter groß werden lassen und exportiert dieses Geschäftsmodell in aller Herren Länder. „Geiz ist geil“, kommt nicht von ungefähr.

Allem Anschein nach ist deutschen Verbrauchern der Preis wichtiger als die Qualität eines Nahrungsmittels. Zumindest muss man das glauben, wenn man am Samstag-Vormittag die großen Autos vorm Billig-Supermarkt sieht. Angesichts dieser Mentalität bewahrheitet sich immer öfter: Wer billig kauft, zahlt teuer.

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