Leitartikel: Kultur des Verstehens

Elmar Otto über den Wichtigen Job des Bürgerbeauftragten.

Elmar Otto

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Foto: MGT

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Hunderte Gespräche führt Kurt Herzberg jedes Jahr, um Thüringern zu helfen, die sich im behördlichen Dschungel bürokratischer Vorgaben verheddert haben. Der Job des Bürgerbeauftragten ist es, das Dickicht des Verwaltungsrechts zu lichten und schwer verständliches Paragrafendeutsch zu übersetzen.

Der Eichsfelder wird dabei nicht müde, bei den Ämtern eine leichter verständliche Sprache anzumahnen. Seine Bilanz ist gemischt.

Den Erfolgen, wenn sich ein Behördenformular auch für Nichtjuristen lesen lässt, folgt mancher Frust, weil sich Menschen ungerecht behandelt fühlen. Dann stehen sich beide Seiten, die eigentlich miteinander klar kommen sollten und müssen, unversöhnlich gegenüber.

Natürlich wird man es nie allen Recht machen können. Es wird auf der einen Seite weiterhin dauerrenitente Streithähne geben, die ohne ordentlich Zoff in der Bude nicht leben können. Und auf der anderen Seite werden auch jene Staatsdiener nicht aussterben, für die Bürger nur eine Nummer sind, die abgearbeitet werden muss.

Aber das sind Ausnahmen.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen sich wie in Thüringen zwei politische Pole im Landtag unversöhnlich gegenüberstehen, ist es wichtig, dass das Vertrauen in Institutionen nicht weiter schwindet. Denn auch das wirkt sich auf die Akzeptanz von Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus.

Der Bürgerbeauftragte tut deshalb gut daran, von Politik und Verwaltung gleichermaßen zu fordern, Verfahren verständlich zu machen. Er wirbt dafür, die Empörung zugunsten einer „Kultur des Verstehens“ zu überwinden.

Nicht zuletzt in der aktuellen Corona-Krise, durch die die Grundrechte teilweise in ungewohnter Weise einschränkt werden, ist das wichtiger denn je.

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