Leitartikel: Umfragen sind Umfragen

Gerlinde Sommer, stellvertretenden Chefredakteurin der TLZ, über die große Aufregung um die neusten Werte vor der Wahl.

Gerlinde Sommer

Gerlinde Sommer

Foto: MGT

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ach, wie heißt es immer so schön: Umfragen sind keine Wahlergebnisse. Und deshalb wollen wir auch die Ergebnisse des jüngsten Politbarometers und andere Stimmungsbilder gar nicht so hoch hängen. Denn; Kann sein, dass es so kommt. Kann aber auch ganz anders kommen. Gefühlte Wahrheit. Wa(h)re Gefühligkeit.

Beim Blick auf die Zahlen und mit dem Wissen um die Stimmung im Lande scheint mir durchaus denkbar, dass die AfD-Affinität in Thüringen eher bei jedem fünften als bei jedem vierten Wahlberechtigten zu einem Kreuzchen bei den Höckianern führen kann. Ist der AfD-Wähler etwa flügellahm? Das wohl nicht. Aber auch hier gilt: Das Ergebnis gibt es erst am Ende des Wahlsonntags. Und bis zur Wahl ist noch zehn Tage Zeit.

Politiker aller Couleur betonen zurecht stets und ständig, dass Wahlen nicht bei Umfragen gewonnen werden – und dass Umfragen keine Wahlergebnisse sind. Zugleich darf davon ausgegangen werden, dass die Union den momentan spürbaren Aufwind lange ersehnt hat. Und die Liberalen hatten sich sicherlich zu diesem Zeitpunkt schon weiter gesehen als immer rund um die Fünf-Prozent-Hürde.

Die Linke steht – und das hat mit dem Bonus des Ministerpräsidenten zu tun. Erklärt aber nicht alles. Wer zurückschaut auf die vergangenen fünf Jahre mag manchen Schatten sehen. Ja. Aber doch mehr Licht. Dass die Grünen dies aktuell besser umzumünzen verstehen als die SPD: Dafür braucht es keine Vielfalt der Umfragen. Das weiß jeder im Lande auch so.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren