Oberhof in Nöten

Warum die Weltcup-Absage für Thüringen so bitter ist, kommentiert Axel Lukacsek für die Thüringische Landeszeitung.

Axel Lukacsek

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Foto: zgt

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Die Internationale Biathlon-Union (IBU) hat nicht irgendeinen Wettbewerb gestrichen. Mit der Absage des Biathlon-Weltcups in Oberhof fällt zum ersten Mal seit langer Zeit das bedeutendste Sportereignis in Thüringen aus. Wer aus dem Fenster schaut und zuletzt das Thermometer im Blick hatte, der wird nicht sonderlich überrascht sein, zumal ja auch oben am Rennsteig schon lange keine Flocke Schnee mehr gesehen wurde. Im Erzgebirge wurden sogar schon Sommerrodelbahnen wiedereröffnet.

Die Absage aber tut dennoch ziemlich weh, weil seit Jahren eine ganze Region immer wieder mit Herzblut um den Biathlon-Weltcup gekämpft hat. Mal war zu viel Schnee da, zuletzt immer öfter viel zu wenig. Aber irgendwie haben die fleißigen Helfer in Oberhof das immer wieder irgendwie hinbekommen. Selbst als im vergangenen Jahr ein deutlicher Zuschauerschwund zu verzeichnen war, strömten immerhin fast 70 000 Wintersport-Fans in die Oberhofer Arena. Die Hotels in der Region, direkt nach dem Jahreswechsel eigentlich ausgebucht, werden nun zu einem großen Teil leer bleiben.

Bitter ist die Absage auch aus einem anderen Grund. Am Rande des Weltcups wollte Oberhof seine angekündigte Bewerbung um die Austragung der Biathlon-WM im Jahre 2020 oder 2021 der Öffentlichkeit vorstellen. Die Weltcup-Absage ist das denkbar schlechteste Szenario, was all den Bemühungen passieren konnte.

Schreiben Sie dem Autor: a.lukacsek@tlz.de

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