Altstadtgalerie: Ein Gothaer Akt der Demokratie

Der geplante Bau des Einkaufscenters Altstadtgalerie zwischen Garten- und Moßlerstraße stellt sich als größtes Bauvorhaben in Gotha seit Jahrzehnten dar. Einmal von der Bausumme (40 Millionen Euro) als auch hinsichtlich Beteiligung Dritter.

Der geplante Bau des Einkaufscenters Altstadtgalerie zwischen Garten- und Moßlerstraße stellt sich als größtes Bauvorhaben in Gotha seit Jahrzehnten dar. Einmal von der Bausumme (40 Millionen Euro) als auch hinsichtlich Beteiligung Dritter.

Der geplante Bau des Einkaufscenters Altstadtgalerie zwischen Garten- und Moßlerstraße stellt sich als größtes Bauvorhaben in Gotha seit Jahrzehnten dar. Einmal von der Bausumme (40 Millionen Euro) als auch hinsichtlich Beteiligung Dritter.

Foto: zgt

Gotha. So viel Für und Wider wie noch nie zu einem Bauprojekt in Gotha brachten im Vorfeld Träger öffentlicher Belange und Privatleute ein. Hinzu kommen Vorschläge der von der Stadt Gotha initiierten Plan-Werk-Stadt. In der Summe: 289 Punkte. Etwa zwei Drittel wurden in der Planung berücksichtigt, sagt Stadtplaner Roland Adlich. Im Zuge der Abwägung muss der Stadtrat zu jedem Punkt einen Beschluss fassen - 30. Januar, ab 17 Uhr im Rathaus.

Im Abwägungsprotokoll finden sich Punkte, die sich widersprechen

Im Abwägungsprotokoll finden sich Punkte, die sich widersprechen, oder Begründungen, warum Vorschlägen nicht gefolgt werden kann. Zum Beispiel dem, die Gartenstraße für den Durchgangsverkehr zu sperren und ihn durch die Moßlerstraße zu führen, um die Anbindung des Centers zur Innenstadt zu verbessern. Adlich: "Ein guter Gedanke, aber Lärm- und Staubbelastung für das angrenzende Wohngebiet und den Kindergarten stehen dem entgegen." Von enormen Zusatzkosten ganz abgesehen.

Das den Stadträten vorliegende Abwägungsprotokoll stelle einen Vorschlag der Verwaltung zum Umgang mit den im Rahmen der Offenlegung eingegangenen Anregungen und Einwänden dar. Gothas Stadtplaner schlagen vor, etwa zwei Dritteln der Hinweise zu folgen. Was dann zu einer Änderung des Bebauungsplanes führen würde. "Der Stadtrat übt die Planungshoheit aus", kennzeichnet Roland Adlich die Kompetenzen. Er erwartet für die Stadtratssitzung, dass mindestens drei Stunden nötig sind, um über alle Punkte der Abwägung abzustimmen - vorausgesetzt, es gibt keine Debatten.

Einige Änderungen sind im überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans bereits fixiert. Im westlichen Bereich des Areals ist keine Baufläche ausgewiesen, sondern Grün für einen "Westentaschen-Park". Neben dem Übergang zum Brühl soll es zwei weitere, Lutherstraße und Pfortenstraße, geben, um möglichst viele Anbindungen zur Innenstadt zu haben. Die Bauhöhe werde auf mindestens der Hälfte des insgesamt 165 Meter langen Baukörpers von 16 auf 14 Meter abgesenkt. Am Übergang Lutherstraße soll ein Vorplatz entstehen.

Selbst die Abwägung stelle noch nichts Endgültiges dar. Das Verfahren kann beliebig oft mit weiteren Auslegungen und Abwägungen wiederholt werden; Stadtplaner Adlich: "So kompliziert ist Demokratie."

Einen Zeitplan gibt es dennoch. Erneute Auslegung: 11. März bis 12. April. Gibt es dann keine größeren Hürden, könnte der Stadtrat am 5. Juni 2013 den Bebauungsplan beschließen.

Plan-Werk-Stadt in Erfurt berät über Innenstadtanbindung

Klage gegen Einrichtung der Erfurter Umweltzone

Studentenwettbewerb zur Buga 2021: Alternativer Grünzug als Grundidee