Demonstranten forderten Schließung des Heims in Breitenworbis

Mit einer Demonstration vor dem Landratsamt auf dem Friedensplatz wurden am Donnerstag am späten Nachmittag erneut die Bedingungen im Asylbewerberheim in Breitenworbis kritisiert und dessen Schließung gefordert. Zu der Demo des Jenaer Flüchtlingsforums "The Voice" waren auch einige Bewohner des Heimes gekommen sowie Unterstützer aus Göttingen, die damit ihre Solidarität mit den Asylbewerbern bekunden wollten.

Auf dem Friedensplatz fanden sich etwa 40 Menschen ein, um die Schließung des Asylbewerberheims Breitenworbis zu fordern. Foto: Jürgen Backhaus

Auf dem Friedensplatz fanden sich etwa 40 Menschen ein, um die Schließung des Asylbewerberheims Breitenworbis zu fordern. Foto: Jürgen Backhaus

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Heiligenstadt. Auf Transparenten wurde die Schließung des "Lagers" gefordert, "Grenzen auf für alle" und Bargeld statt Gutscheine sowie zu "Widerstand gegen staatlichen Rassismus" aufgerufen. Ein Sprecher erinnerte daran, dass schon im September 2011 und ein Jahr später mit Demonstrationen in Heiligenstadt auf unbefriedigende Zustände in dem Asylbewerberheim hingewiesen worden war. Offener Brief konnte nicht übergeben werden Eine Familie, die sich an der ersten Demo beteiligte, habe bald darauf eine Wohnung in Heiligenstadt bekommen. Wer aufbegehre, werde also aus dem Heim genommen. Darin zu leben, sei für alle zurzeit 120 Asylbewerber in vielen alltäglichen Dingen eine große Belastung, zumal viele seit Jahren auf eine Entscheidung auf ihren Asylantrag warteten.

Aus dem Heim berichteten die beiden Afghanen Hamed Rasali und Ali Najimi unter anderem über die Nähe zu einem Landwirtschaftsbetrieb mit den entsprechenden Gerüchen sowie die Enge in den Zimmern, die zu psychischen Belastungen und auch Schlägereien führe. Zudem funktioniere die Heizung nicht richtig. Die Veranstaltung wurde vom Ordnungsamt des Landkreises sowie von Polizeibeamten beobachtet. Weitere Polizeikräfte, die im Falle einer Konfrontation hätten eingreifen können, hielten sich im Hintergrund. Eigentlich wollten die Organisatoren vom Flüchtlingsforum dem Landrat Werner Henning (CDU) einen offenen Brief von Frauen aus dem Asylbewerberheim in Breitenworbis übergeben.

Aber Henning und sein Stellvertreter waren außer Haus zu wichtigen Terminen. Die Frauen schildern in dem Brief ihre Lebensumstände neben einer Kläranlage und einer Mastanlage, aber zwei Kilometer vom Ort entfernt, und mit wenigen Sanitäreinrichtungen. Sie fühlen sich von der Gesellschaft isoliert und ausgegrenzt. Sie beklagen sich, dass ihre Probleme nicht ernst genommen, sie mitunter demütigend behandelt werden. Und katastrophal sei die ärztliche Versorgung. Ihr Schlusssatz: "Wir wollen selbstbestimmt in Wohnungen leben."

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