Eichsfelder CDU-Landrat ist für Koalition mit Linken offen

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sei ein überzeugender Politiker, sagte Werner Henning (CDU) und hob vor allem Ramelows Bekenntnis zum evangelischen Christentum hervor.

Werner Henning (CDU) ist Landrat des Landkreises Eichsfeld

Werner Henning (CDU) ist Landrat des Landkreises Eichsfeld

Foto: Marcel Schwetschnau / CDU Eichsfeld

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Überrascht ist Landrat Werner Henning (CDU) über das Wahlergebnis seiner Partei nicht. „Im Enddefekt habe ich es vermutet.“ Und dabei müssen die Christdemokraten die Schuld bei sich selbst suchen. „Die CDU hat verloren“ und das sei mit fast zwölf Prozent eine „gewaltige Niederlage.“ Deshalb könne der Eichsfelder Landrat auch nicht verstehen, wie sich Spitzenkandidat Mike Mohring am Wahlabend hinstellen kann und sagen, dass Bodo Ramelow die Wahl verloren hätte. „Da war ich richtig wütend.“ Schließlich haben die Linke 30 Prozent geholt und damit die Landtagswahl deutlich gewonnen.

„Der Wähler hat entschieden und der Wille muss ernst genommen werden.“ Wiederrum hätte Henning gefreut, dass Mike Mohring am folgenden Tag eine Koalition mit den Linken nicht ausgeschlossen hat. Und einer möglichen Koalition zwischen der Linken und der CDU steht der Landrat wohlwollend gegenüber. Einer Einladung zu Gesprächen sollte unbedingt gefolgt werden. Mehr als entsetzt ist er deshalb, dass in den vergangenen Tagen seitens eines CDU-Mitgliedes die Linke als „unser Feind“ bezeichnet wurde. Auch dem Eichsfelder Thadäus König wiederspricht Werner Henning, der ebenfalls eine Koalition mit der Linkspartei ausschließt und meint, dass „diese im Eichsfeld nicht getragen werde.“ Denn: „Durch eine mögliche Koalition hat die CDU in Thüringen auch die Möglichkeit, ihr Profil zu schärfen und sich auf die konservativen Grundwerte zu besinnen.“

Denn das Parteiprofil der in Erfurt sitzenden Christdemokraten hätten mit seinen Vorstellungen nur wenig zu tun. „Das ist nicht mehr meine CDU.“ Denn gerade die Eichsfelder Union stehe für ein „christliches Milieu und ein Lebensgefühl.“Und während in Thüringen über eine solche Regierungsarbeit und mögliche Gespräche debattiert werde, „grätscht die Berliner West-CDU rein und will über unser Leben bestimmen.“ Das erachtet Henning als „Unverschämtheit.“ Denn die dortigen Parteimitglieder wüssten wenig über das hiesige Leben, die Situation und die Resonanz.“ Werner Henning hätte sich zu DDR-Zeiten nichts vorschreiben lassen und wolle das auch jetzt nicht. Denn schließlich gehe es nun um den „Dienst für das Land Thüringen“ und was das Beste sei.

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