„Enorme Mehrkosten“ durch Sprachklassen

Erfurt  Die Einrichtung von Sprachklassen für Flüchtlingskinder und Kinder aus EU-Staaten ist für die Schulträger in Thüringen mit „enormen Mehrkosten verbunden“.

Immer mehr Städte fordern einen Lastenausgleich für schulpflichtige Flüchtlingskinder und Kinder aus EU-Staaten. Foto: Patrick Pleul

Foto: zgt

Das geht aus einem Schreiben des Gemeinde- und Städtebundes (GStB) an den Bildungsausschuss des Landtags hervor, das der TLZ vorliegt. Darin heißt es weiter: "Für die Ausstattung der zusätzlichen Klassen mit Möbeln, die Anschaffung von Lehr- und Unterrichtsmitteln etc. reichen die pauschalen Zahlungen des Landes im Rahmen des Schullastenausgleichs bei Weitem nicht aus." Die Mittel dafür sollten zum einen aufgestockt werden, zum anderen sollten geflüchtete Kinder und Jugendliche wie Kinder mit dem Förderbedarf "Sprache" gezählt werden. "Damit würde sich der Ausgleichsbetrag an die betroffenen Schulträger um ca. ein Drittel erhöhen", heißt es in der Stellungnahme zur heutigen öffentlichen Anhörung des Landtagsbildungsausschusses, die den Schulbesuch von Flüchtlingskindern behandelt.

Nach Angaben des Spitzenverbandes besuchten in Gera zum Stichtag August 451 "Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache" eine Schule, in Erfurt waren es im September dieses Jahres 1818 Schüler.

Flüchtlingskinder sind aber nicht die einzige Zielgruppe, die aufgrund ihrer Sprachbarrieren in die Schulen integriert werden müssen. "In vielen Kommunen findet sich auch eine hohe Anzahl an Kindern aus dem EU-Ausland, die über keine Deutschkenntnisse verfügen, und damit den gleichen Förderbedarf wie die meisten Flüchtlingskinder haben", betont GStB-Geschäftsführer Ralf Rusch. In Erfurt werde davon ausgegangen, dass ein Drittel aller Kinder mit sprachlichem Förderbedarf aus dem EU-Ausland komme.

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