Erfurter Kita "Glückskäfer" bezieht grünen Neubau

"Es ist ein schöner Ort um groß zu werden", fasste Silke Heim gestern ihre Freude in Worte. Darüber hinaus hatte die Chefin der "Glückskäfer" noch eine ganze Reihe Diplome vorbereitet - für "den schönsten Kindergarten der Welt".


Die Kinder sind begeistert: Neben den tollen neuen Räumen und einer schicken Außenanlage gab es auch noch Eis für alle vom Oberbürgermeister höchstpersönlich. Foto: Hartmut Schwarz

Die Kinder sind begeistert: Neben den tollen neuen Räumen und einer schicken Außenanlage gab es auch noch Eis für alle vom Oberbürgermeister höchstpersönlich. Foto: Hartmut Schwarz

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Erfurt. Im Windmühlenweg 4 wurde dieser gestern offiziell an die künftigen Nutzer übergeben. Oberbürgermeister Andreas Bausewein war einer von denen, die mit einem Diplom bedacht wurden, weil die Stadt für diesen außergewöhnlichen Neubau tief in die Taschen gegriffen und alle finanziellen Reste mobilisiert hat.

2,1 Millionen Euro hat der ausschließlich aus umweltfreundlichen regionalen Baumaterialen errichtete Kindergarten gekostet- inklusive Außenanlagen und einer auf 80 Kinder zugeschnittenen Einrichtung.

Während der Bauarbeiten, haben die Kinder seit Mai 2011 das Geschehen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft stets im Auge gehabt. Es gibt spezielle Baustellenführungen, viele Fotos wurden gemacht und an den Lehmputzwänden viele kleine Kinderhände hinterlassen. Stetig wuchs die Vorfreude, die zur Eröffnung gestern ihren Höhepunkt erreichte- auch wenn der erste Härtetest für die Spielgeräte im Außenbereich noch aussteht.

"Es wird der erste öffentliche Neubau sein, der eine grüne Hausnummer tragen wird", betont Karl Mülders, Leiter des Amtes für Grundstücks- und Gebäudeverwaltung, die Besonderheit. Dass energiesparend und umweltschonend gebaut wurde, könne nicht nur an den Baumaterialien festgestellt werden - es gibt unter anderem eine Photovoltaikanlage eine Sole/Wasser-Wärmepumpe und ein Entlüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Und vor allem gibt es viel Platz auf zwei Ebenen. Platz, der im Altbau fehlte.

Aus einst 36 Kindern sind inzwischen bereits 51 geworden, weiß Falko Albrecht, der Geschäftsführer des Trägervereins, des Thepra Landesverbandes Thüringen. Inklusive der vorliegenden Anmeldungen werden es demnächst sogar 75 sein, wobei die zwölfköpfige Gruppe für die ein bis zwei Jahre alten Kinder komplett belegt sein wird. Die Kinder kommen nicht nur aus Alach, sondern aus dem gesamten Bergkreis, Schaderode, Bindersleben und Salomonsborn. Der Vergrößerung werde auch personell entsprochen. Aus einst vier Erzieherinnen sind inzwischen acht geworden. Ist die Einrichtung komplett belegt, werden es elf sein.

Das abgewandelte Sprichwort "Einmal umgezogen - einmal abgebrannt" hat sich auch bei den "Glückskäfern" bewahrheitet, viele Spielsachen haben den Umzug nicht mehr überlebt, ihre Lebenserwartung lange überschritten. Die Geschenke zur Eröffnung kamen deshalb gerade recht. 500 Euro hat die Stadt bei der Sparkasse mobilisiert, 1000 Euro steuerten die Freunde und Förderer des Kindergartens bei, Salomonsborns Ortsbürgermeisterin Karin Landherr kam mit einem Eimer voller Buntstifte und der Oberbürgermeister lud die komplette Käferschar zum Eisessen in die Stadt ein - auf seine persönlichen Kosten.

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