Feuerwehr Ruhla: Ein paar Zentimeter machen Drehleiter richtig teuer

Ruhla  Es geht nur um ein paar Zentimeter, die könnten aber richtig teuer werden: Die neue Drehleiter für die Ruhlaer Feuerwehr ist bereits bestellt.

Diese sanfte Steigung vom Vorplatz in das Gerätehaus Ruhla hinein reicht aus, um die Drehleiter an den Türsturz anstoßen zu lassen.Foto: Peter Rossbach

Diese sanfte Steigung vom Vorplatz in das Gerätehaus Ruhla hinein reicht aus, um die Drehleiter an den Türsturz anstoßen zu lassen.Foto: Peter Rossbach

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524 315,67 Euro genau lässt sich der Wartburgkreis den Kauf des guten Stückes kosten. Zehn Meter lang, 2,50 Meter breit und 15 000 Kilo schwer – das sind die unproblematischen Daten der Neubestellung. Bei der Höhe aber – immerhin stattliche 3,28 Meter – wird es derzeit kompliziert. Im Herbst soll die Drehleiter bereits vor der Tür stehen – und wenn alles so bleiben würde wie es ist, dann im wahren Wortsinne vor der Tür.

Bei gerader Einfahrt würde die Drehleiter nämlich ziemlich genau auch durch das Tor des Gerätehauses passen, zwar knapp, aber es ginge. Beim Gerätehaus der Ruhlaer Wehren handelt es sich um ein umgebautes Industriegebäude am Wohngebiet am Liesenberg. Die Tore wurden bei der Umfunktionierung zum Gerätehaus eigens reingebaut.

Entscheidendes Problem aber ist: Der Fußboden des Hauses liegt knapp zehn Zentimeter höher als die Einfahrt vor dem Tor, sprich: dort gibt es eine kleine Auffahrt. Würde nun die Drehleiter dort hochfahren, ist auch die Leiter an sich in der Schrägfahrt höher gestellt und dann reicht es eben im Falle der Fälle nicht mehr. Da besteht die Gefahr, dass die Leiter bei der Einfahrt vor den Türsturz knallt. Also wurde ein Planungsbüro beauftragt, eine Lösung zu finden. Und die sorgt dafür, dass sich nun zunächst 50 000 Euro als Ausgabe im gerade zur Abstimmung anstehenden und ohnehin nur mit Scherzen auszugleichenden Haushaltsentwurf der Stadt für 2015 finden. Und das ist aber eigentlich allen zu viel.

Die Lösung sieht vor, dass die 25 Zentimeter dicke Fußbodenbetonplatte aus dem Boden gehackt wird, das darunter liegende Erdreich um zehn Zentimeter ausgebaggert, die dortigen Leitungen und Schächte tiefer gelegt und eine neue Betonplatte drüber gegossen wird. „Ziemlich aufwendig“, findet auch Bürgermeister Hans-Joachim Ziegler (SPD).

Deshalb wird nun ein neuer Plan durchgespielt. „Wir lassen gerade überprüfen, ob es nicht ausreicht, die Betonplatte einfach um zehn Zentimeter abzufräsen. Das wäre deutlich billiger aus die größere Variante“, weiß Hauptamtsleiter Dieter König. Vom Gewicht her müsste die Platte die Drehleiter auch dann noch tragen können, wenn sie statt der vorhandenen 25 nur noch 15 Zentimeter Stärke aufweist.

Logisch, dass der Hauptausschuss es sehr gerne sähe, wenn dies klappen könnte. Schließlich gibt es ja immer noch das große Ziel, den einst kurz vor dem Baustart aufgegebenen Plan des Neubaues eines Gerätehauses unterhalb des „Wasserfalls“ zu realisieren. Wann dafür das Geld mal wieder da ist, steht freilich in den Sternen. Aber die 50 000 Euro will eigentlich keiner mehr in den alten Standort der Wehr investieren.

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