Fürstenhof in Eisenach: Stadt soll Gebäude übernehmen

Eisenach  ...

Die Gebäude vom Hotel Fürstenhof, ehemals Hotel Stadt Eisenach. Ein Blick zum sanierungsbedürftigen Gebäude mit Schnee am Jahresbeginn 2016. Foto: Norman Meißner

Die Gebäude vom Hotel Fürstenhof, ehemals Hotel Stadt Eisenach. Ein Blick zum sanierungsbedürftigen Gebäude mit Schnee am Jahresbeginn 2016. Foto: Norman Meißner

Foto: zgt

Auf zur nächsten Runde: Die Debatte um den Erhalt wenigstens einzelner Gebäude oder Fassaden des ehemaligen Fürstenhof-Ensembles zwischen Eigentümer Thomas Cannon und der Stadt geht munter weiter. Cannon hat nun seine Rechtsanwälte beauftragt, die Übernahme des Grundstückes durch die Stadt Eisenach zu beantragen. Dies ist rechtlich im Sanierungsgebiet möglich, allerdings ruft Cannon dafür einen Kaufpreis von 1,9 Millionen Euro auf. „Eine weitere Alternative wäre die Beantragung des Totalabrisses, für die ja bei einem Schädigungsgrad von mehr als 70 Prozent und einer nachgewiesenen Unwirtschaftlichkeit der Sanierung im Vergleich zu einem Neubau die Voraussetzungen erfüllt wären“, so Cannon gegenüber der TLZ.

Der Grund für diese Verschärfung des Tones untereinander, klingt da eher nicht spektakulär. Die Stadt hatte es geschafft, beim Land erfolgreich Fördermittel in Millionenhöhe zur Sicherung einzelner Gebäudeteile zugesagt zu bekommen. „Und dies sogar ein Jahr schneller als dies sonst bei Mitteln aus diesem Topf möglich ist“, sagt Amtsleiter Arno Minas. Durch diese Sicherung soll erreicht werden, dass auf den Eigentümer nach der Sicherung nur noch die normalen Sanierungsaufwendungen zukämen.

Dagegen hat Cannon natürlich nichts, allerdings will er, dass diese Sicherungsplanung von seinen Architekten und Planern ausgeführt wird. „Es macht ja Sinn, wenn die Planer, die später auch die Sanierung betreuen, auch die Sicherungsplanung übernehmen.“ Die Projektleitung für die Sicherungsarbeiten selbst soll dann aber die Stadt übernehmen.

Zweckmäßig und zügig

Das allerdings lehnt die Stadt ab. Schließlich werde vom Land als 100-prozentigem Fördermittelgeber erwartet, dass die Stadt diese Aufgabe übernimmt, um den „zweckmäßigen und zügigen“ Einsatz der Mittel zu gewährleiten. „Das muss ja nun so schnell gehen, dass nicht noch mehr Substanz verloren geht“, so Minas. Aber natürlich werde man dies in Abstimmung mit dem Eigentümer tun. Man wolle mit Cannon kurzfristig ein (ebenfalls vom Land bezahltes) Sicherungs- und Sanierungskonzept erstellen. „Es versteht sich doch von selbst, dass wir die Planer des Eigentümers dabei einbeziehen“, so Minas. Dass Cannon nun die Übernahme des Grundstücks durch die Stadt beantragt, sehen die Stadtverantwortlichen gelassen.

Zum einen, weil nicht Cannon dann den Preis festlege, sondern im Streitfall eine Landesbehörde. Und rund zwei Millionen Euro hält Minas ohnehin für illusorisch. Zum anderen könne solch ein Verfahren Jahre dauern, und daran habe sicherlich auch Cannon kein Interesse.

„Ich hoffe weiter auf ein Miteinander“, so Oberbürgermeisterin Katja Wolf. Die Stadt habe alles getan, um den Weg zu den Fördermitteln zu ebnen. „Ich habe Herrn Cannon im persönlichen Gespräch schon im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass ein Komplettabriss der Gebäude für die Stadt keine Option sei. Da werden wir sowohl denkmalrechtlich als auch erhaltungsrechtlich alle Möglichkeiten ausschöpfen.“