Im Gothaer Kreis Gelder für Infrastruktur bald knapp

Das Kurhaus Georgenthal soll vor dem weiteren Verfall gerettet werden - wenigstens der Bereich des Saales. Die Bauruine Waldhaus am Rand von Catterfeld wird beseitigt, ebenso die ehemalige Schweinemast aus LPG-Zeiten am Ortsrand von Ballstädt.

Geschafft: Am Nessetalradweg bei Brüheim steht seit vorigen Sommer ein Waggon, in dem ein Cafe eingerichtet werden soll. Organisator Torsten Breitung hat den 14 Tonnen schweren Aufbau (aus den 50er Jahren, mit preußischem Rahmen/Baujahr 1884) mit Hilfe eines Schwerlasttransporters aus Hanau geholt. Dieses Jahr könnte das Innere zu einem Cafe umgebaut werden. Dafür stellt die RAG Fördermittel in Aussicht. Foto: Wieland Fischer

Foto: zgt

Kreis Gotha. Das sind drei Vorhaben, die der Landkreis mit Hilfe der Regionalen Leader Aktionsgruppe (RAG) dieses Jahr anschieben will. Die RAG, der neben dem Kreis Gotha, der Ilmkreis und die Ortsteile von Erfurt angehören, verteilt EU- und Landesmittel zur Revitalisierung des ländlichen Raums.

Allein vergangenes Jahr flossen dazu im Kreis Gotha 420.000 Euro aus Fördertöpfen. Eine Summe mit hoher Rendite, wie Kreisbeigeordneter Helmut Marx (SPD) sagt. Denn der Landkreis zahlt jährlich rund 17.000 Euro an die RAG. Im Gegenzug ergießt sich ein Füllhorn an Fördermitteln. Seit Gründung der RAG, 2007, wurden insgesamt 5,4 Millionen Euro für Dorferneuerung, ländlichen Wegebau oder Umgestaltung von Brachflächen zwischen Fahner Höhe und Inselsberg verwendet. Mit Eigenmitteln summiere sich dies auf 8,3 Millionen Euro, heißt es von Seiten des Landratsamtes.

Die Gelder sollen dazu beitragen, den ländlichen Raum lebenswerter zu gestalten. Bevorzugt werden dabei Projekte, die in den Dörfern von Menschen dort entwickelt werden. Heike Neugebauer, Abteilungsleiterin der Landgesellschaft, die die RAG-Arbeit koordiniert, nennt die Menantes-Gedenkstätte in Wandersleben als ein solches Beispiel. Vergangenes Jahr sei der Menantes-Förderverein beim Ausbau der Ausstellung zum Thema Buch mit 4500 Euro unterstützt worden. Auch dieses Jahr könne der Förderkreis mit RAG-Zuschüssen für ein Ausstellungsprojekt rechnen. Das zählt zur Tourismus-Förderung. Dem dienen auch die 25.000 Euro, die ein privater Investor erhalten hat, um am Kletterfelsen Falkenstein ein Basislager anzulegen

2012 stellte die RAG zum Umbau des Feuerwehrgerätehauses Cobstädt in ein Bürgerhaus 47.500 Euro zur Verfügung. Neben Unterstellmöglichkeiten für die Feuerwehr entstanden Sportraum, Ausstellungsbereich und Friseurladen. Dass jetzt am Hammerteich in Georgenthal Bootsanleger und Kassenhäuschen neu sind, wurde mit 58.300 Euro RAG-Mitteln bewerkstelligt. Für den Nessetalradweg gab es 39.000 Euro. Der größte Betrag, 245.000 Euro, ging an die Landgemeinde Hörsel für den Streckenbau Am Weinberg und Riedweg.

Kommunale Projekte können mit bis zu 75 Prozent gefördert werden, im privaten Bereich liege die Förderung über RAG zwischen 35 und 45 Prozent, sagt Heike Neugebauer. Den Zuschuss will der Betreiber des Restaurants, das an das Kurhaus Georgenthal angrenzt, nutzen, um wenigstens den benachbarten Saal zu retten. Für das Waldhaus bei Catterfeld ist das zu spät. Dessen Bauherr war in den 1990er Jahren beim Rohbau in Konkurs gegangen. Seiher verfällt das Anwesen. "Wir haben das Gebäude statisch untersuchen lassen. Es ist nichts, was da erhalten werden kann", sagt Beigeordneter Marx. Die Gemeinde habe das Anwesen aus der Insolvenzmasse übernommen, um diese Gefahrenquelle beseitigen zu können. Nun will ein Forstunternehmen das Areal als Betriebsstätte nutzen. Vorher steht der Abriss mit RAG-Förderung. Die soll es auch geben, um den "Nessetal-Express", einen ausrangierten Waggon am Ortsrand von Brüheim, in ein Cafe zu verwandeln.

Ab 2014 geht die Förderung zurück. Dann gelten die neuen Bundesländer nicht mehr als Förderzone 1, sondern als "Übergangsgebiet". Die Folge: Es gibt weniger EU-Gelder. Statt bislang eine Million Euro rechnet Helmut Marx damit, dass nur noch zwei Drittel dieses Betrages in die Region fließen.

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