Karl Beucke ist Rektor der Bauhaus-Uni Weimar

Weimar. Der Amtsantritt des neuen Rektors Professor Karl Beucke markiert eine Zäsur an der Bauhaus-Universität: Während Expansion und Profilbildung in der Ära Gerd Zimmermann den Takt bestimmten, gilt es nun, trotz knapper Kassen die Qualität von Lehre und Forschung zu erhalten.

In Amt und Würden: Professor Karl Beucke wurde gestern offiziell ins Amt des Rektors der Bauhaus-Universität befördert.  Neben ihm sitzen Ehefrau Petra und Kulturminister Christoph Matschie.   Foto: Thomas Müller

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"Politiker sagen immer: Bei der Bildung dürfen wir nicht sparen. Ich werde sie beim Wort nehmen", sagte Karl Beucke, dem gestern während der Investitur im Audimax die Amtskette übergeben wurde. Beucke wird in vielen Dingen auf Kontinuität setzen. Wohltuend sei es aber, dass im Wissenschaftsrat die Idee der Diversifizierung von Hochschulen angekommen sei: Weimar sei keine klassische Volluniversität, und wegen eines bisher zu engen Profils sei man leider auch kein Mitglied der Deutsche Forschungsgemeinschaft. Beucke warnte die Politik davor, die Akquise von Drittmitteln für Forschungszwecke als Ersatz für sinkende Zuschüsse einzuplanen. Die Universität hat diese Forschungsmittel innerhalb von drei Jahren von 9,5 auf 15 Millionen steigern können.

Dass Beucke wie sein Vorgänger auf Internationalität setzt, wurde im Audimax deutlich: Neben Vertretern aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben waren Kollegen aus San Diego, Taipeh und Moskau zugegen. Zudem will er seine Beziehungen zu international renommierten Universitäten wie der Stellenbosch University in Südafrika ausbauen.

Zwei große Forschungsgebiete prägten heute die Universität, sagte Rektor Gerd Zimmermann in seiner Eröffnungsansprache. Im Bereich des Digital Engineering kooperieren Medieninformatik und Ingenieurwissenschaft, im Forschungsschwerpunkt "Kulturwissenschaftliche Medienforschung wird dem grundlegenden Verhältnis von Dingen, Subjekten und Medien nachgegangen. Zudem, so Zimmermann weiter, würden die aktuellen Leistungsindikatoren steil nach oben zeigen. "Wir haben die Studienanfängerzahlen in den vergangenen sechs Jahren praktisch verdoppelt, von 570 auf aktuell 1200."

In seiner Festansprache würdigte Kulturminister Christoph Matschie (SPD) Gerd Zimmermann als den "Erfinder der Bauhaus-Universität". Er habe nach 1990 die Vision einer neuen Weimarer Hochschule formuliert, die an die Tradition anknüpfe. Dieses Profil sei bundesweit einzigartig. Mit Blick auf die Ausstattung der Hochschulen sagte Matschie, dass die Rahmenvereinbarung II eine sichere Planungsperspektive bis 2015 sein müsse: "Gute Studienbedingungen sichern und Exzellenz in der Forschung ermöglichen." Weil dies angesichts der Haushaltslage in Thüringen nicht einfach werde, müssen "wir in den kommenden Jahren gemeinsam für starke Hochschulen kämpfen".

Als Mitglied des Universitätsrats wünschte Professor Wolfgang Sattler dem neuen Rektor einen guten Start bei einer nicht ganz problemfreien Arbeit. Schon am Vormittag erklärte Max Merkel vom Studierendenkonvent, warum man sich für Karl Beucke ausgesprochen habe: "Uns war eine gute Kommunikation auf Augenhöhe wichtig. Und ein interner Rektor ist für uns Studierende die beste Lösung." Die Bauhaus-Familie sei von einem schönen Miteinander geprägt.

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