Leitartikel: Mohrings Gier stürzt AKK

Fabian Klaus zum Absturz eines Politik-Talents.

Fabian Klaus

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Foto: Andreas Wetzel / Fabian Klaus

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Die Union hat ihren Sinkflug nicht in Thüringen begonnen. Aber nachdem Thomas L. Kemmerich (FDP) mit CDU-Stimmen und denen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, hat der Absturz der wohl letzten verbliebenen Volkspartei eine Fahrt aufgenommen, mit der man kaum rechnen konnte. Gerade weil man es dem kleinen CDU-Landesverband nicht zugetraut hat, eine Bundesvorsitzende derart zu beschädigen. Annegret Kramp-Karrenbauer hatte sich aufgerieben dafür, dass die CDU an ihren Prinzipien festhält; die Abgrenzung nach Rechtsaußen und Linksaußen felsenfest stehen müsse.

Die Rechnung machte die Möchtegern-Kanzlerkandidatin aber ohne den stark beschädigten CDU-Landeschef Mike Mohring, an dessen Schwächung im Landesverband sie seit der Landtagswahl entscheidend mitgewirkt hatte. Mohring bekam seit Oktober einen Rüffel nach dem anderen aus dem Konrad-Adenauer-Haus und wirkt seither wie ein angeschlagener Boxer, der durch den Ring taumelt – und dadurch besonders gefährlich, weil unberechenbar ist.

Waren Gespräche mit links verpönt, zuckte er zurück. Seinen rechtsauslegenden Fraktionsvize Michael Heym fing Mohring nie wirklich ein und ließ so die Flanke zur AfD offen – übrigens ähnlich, wie er es schon 2014 versucht hatte, um einen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow zu verhindern.

Mit dem sprach er dann aber unter Vermittlung des Alt-Bundespräsidenten trotzdem darüber, was fürs Land gemeinsam machbar ist.

Was sind all diese Worte wert, wenn am Ende die Aussicht auf einen Platz auf der Regierungsbank steht? Wie auch immer die Chance zustande gekommen ist, er wollte sie ergreifen. So, wie der angeschlagene Boxer die letzte Chance auf den Lucky-Punch nutzt. Den hat er gegen AKK gesetzt. Diese Gier brachte sie am Ende mit zu Fall.

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