Mario Ohoven: "Weg von der Neidkultur"

In der TLZ-Serie "Promis zu sozialer Gerechtigkeit" schreiben Prominente aus Politik und Gesellschaft was für sie soziale Gerechtigkeit bedeutet. TLZ-Gastautor Mario Ohoven ist Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft und findet: Unternehmerische Werte sind unverzichtbar.

Vor den Steuererhöhungsplänen in Wahlprogrammen hat Mittelstandsvertreter Mario Ohoven eindringlich gewarnt. Foto: dpa

Vor den Steuererhöhungsplänen in Wahlprogrammen hat Mittelstandsvertreter Mario Ohoven eindringlich gewarnt. Foto: dpa

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Die Wirtschaft bildet einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Gerade den mittelständischen Unternehmern liegt der gesellschaftliche Zusammenhalt am Herzen. Dieser (sozialen) Verantwortung werden sie auf beispielhafte Weise gerecht: Der Mittelstand bietet verlässlich fast 30 Millionen Beschäftigten Arbeitsplätze und zahlt ihnen angemessene Löhne.

Und er bildet acht von zehn Jugendlichen für eine sichere berufliche Zukunft aus. Viele Klein- und Mittelbetriebe eröffnen darüber hinaus benachteiligten Menschen Aufstiegschancen, die ihnen sonst verwehrt blieben.

Wegkommen von einer Kultur des Neides

Deutschland braucht heute mehr denn je eine gesellschaftliche Wertedebatte. Eigenverantwortung, Freiheit, Leistungsdenken, die Bereitschaft zu sozialem Engagement vor Ort, das alles sind unternehmerische Werte. Darauf kann kein Gemeinwesen verzichten, schon gar nicht eine starke Industrienation wie unser Land.

Leider wird der Gedanke einer durch unternehmerische Verantwortung gelebten Gerechtigkeit im Wahlkampf gern auf Umverteilung sowie die Verheißung sozialer Wohltaten reduziert.

Wir müssen endlich wegkommen von einer Kultur des Neides und der Missgunst, hin zu einem Miteinander, das Leistung und damit auch Erfolg wertschätzt. Nur so werden gerade in diesen schwierigen Zeiten mehr Menschen bereit sein, Risiko und soziale Verantwortung als Unternehmer zu übernehmen.

Es wäre mein größter Wunsch, wenn wir dieses Wertedenken wieder in den Vordergrund stellen würden. Denn darauf beruht letztlich die Stärke des Mittelstands und damit unser aller Wohlstand, nicht auf einer ideologisch motivierten Umverteilung.

TLZ-Gastautor Mario Ohoven ist Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und auch des europäischen Dachverbandes nationaler Mittelstandsvereinigungen, Brüssel.

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