"Marsch für das Leben": Parteichefin der Linken brüskiert mit "erbärmlicher" Mail

Empörung in der Union über eine Mail, die aus dem Büro der Landesvorsitzenden der Linken, Susanne Henning-Wellsow, verschickt worden ist.

Demonstranten stehen am 20.09.2014 vor dem Bundeskanzleramt in Berlin und demonstrieren mit Schildern und Luftballons gegen Abtreibung und Sterbehilfe. Foto: dpa/Oliver Mehlis

Demonstranten stehen am 20.09.2014 vor dem Bundeskanzleramt in Berlin und demonstrieren mit Schildern und Luftballons gegen Abtreibung und Sterbehilfe. Foto: dpa/Oliver Mehlis

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Erfurt. Ihr war - wie anderen Thüringer Politikern auch - vom Bundesverband Lebensrecht eine Einladung zu dem für dieses Wochenende geplanten "Marsch für das Leben" in Berlin zugegangen. Die Antwort, die der Verband von Henning-Wellsow und Matthias Bärwolf erhielt, entsetzt die Vorsitzende des Katholischen Arbeitskreises in der Thüringer CDU, Claudia Heber, sehr. "Die Mail ist erbärmlich und zeigt, wie die Linke mit Menschen umgeht, die nicht ihrer Meinung sind."

In der Mail, die von der Adresse stammt, die die beiden Links-Politiker als offiziellen Kontakt auf ihren Internet-Seiten angeben, steht: "Ihren antifeministischen, antiemanzipatorischen und konservativen Dreck können Sie behalten. Wir verbitten uns für die Zukunft weitere Mails Ihres Verbandes und hoffen inständig, dass Ihnen das Bündnis gegen den Marsch für das Leben am 20. September ordentlich in die Suppe spuckt."

Claudia Heber: "Hier wird sich offen auf die Seite der teilweise gewaltbereiten Störer gestellt, wegen derer jedes Jahr mit einem Großaufgebot der Polizei die Teilnehmer des Marsches geschützt werden müssen. Das ist eines Abgeordneten unwürdig. So etwas gehört sich nicht, auch wenn man zum Lebensschutz eine andere Meinung hat."

Der Marsch für das Leben wird seit 2002 von vielen Verbänden und Organisationen aus Kirche und Politik getragen. Sogar Papst Franziskus unterstützt den Marsch und hat in diesem Jahr mit einem Brief die Teilnehmer unter anderem aufgefordert, "den unantastbaren Wert eines Menschenlebens deutlich zu machen, der unabhängig vom augenblicklichen Nutzen ist."

Unsere Zeitung hatte Henning-Wellsow bereits am Mittwoch per Mail um eine Stellungnahme zu der Antwort gebeten. Die Mail blieb bis jetzt unbeantwortet.

Unverständnis für die Wortwahl hat auch die Eichsfelder CDU-Landtagsabgeordnete Christina Tasch. "Es geht um das leben und die Freiheit zum Leben. Es geht um Menschenrechte und Sicherheit. Diese Antwort-E-Mail ist unglaublich niveaulos, respektlos und intolerant. Was hat Frau Henning-Wellsow nur für ein Menschenbild?", fragt sich die CDU-Abgeordnete.

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