Patrick Kurth im Eichsfeld: FDP ist innerlich intakt

230 Kilometer - für Patrick Kurth, den Thüringer FDP-Bundestagsabgeordneten und Generalsekretär, ein Grund zur Freude. Diese Distanz ist die größte, die am Freitagabend ein FDP-Vertreter zurückgelegt hatte, um zum Dreikönigstreffen in Heiligenstadt im Eichsfeld zu erscheinen.

Für den Thüringer FDP-Bundestagsabgeordneten Partick Kurth (im Bild) steht fest, dass seine Partei innerlich intakt ist. Archiv-Foto: Peter Hansen

Für den Thüringer FDP-Bundestagsabgeordneten Partick Kurth (im Bild) steht fest, dass seine Partei innerlich intakt ist. Archiv-Foto: Peter Hansen

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Heiligenstadt. Für Kurth, der im Brustton liberaler Thüringer Stärke gesprochen hat, sind solche Fakten bezeichnend: "Diese Partei ist innerlich intakt." Unter großem Beifall sagt er den Satz im Heiligenstädter Vitalpark, schwört die Parteifreunde auf die kommenden zwei Regierungsjahre im Bund ein und mahnt, die guten Botschaften nach außen zu tragen - wohlgemerkt war parallel dazu gerade die Jamaika-Koalition im Saarland geplatzt.

Doch in Thüringen ist einiges anders. Kurth verpasst der SPD und den Grünen einen Seitenhieb. Wie sei es gewesen zur Zeit, als Gerhard Schröder (SPD) Bundeskanzler war: "Die USA hatten George Bush und Jonny Cash, wir hatten Schröder und No Cash." Deutschland sei es doch in zwei Jahren schwarz-gelb gut gegangen. Und daran hätten die Liberalen entscheidenden Anteil, sagt Kurth. Seiner Meinung nach hat die FDP einen entscheidenden Beitrag im Bund geleistet, dass die Menschen ihren Freiraum haben. Steuererhöhungen - die Pläne dafür hätten zu Beginn der liberalen Regierungsarbeit schon in der Schublade gelegen - seien verhindert worden und damit habe die FDP den Menschen Freiraum gegeben. "Mit Steuererhöhungen hätten wir uns das alte Desaster von Rot-Grün zurückgeholt", ist Kurth überzeugt.

Auch auf europäischer Ebene sieht er die FDP mit verantwortlich für den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Mit uns kam keine Inflationsunion", hatte Kurth in den Saal gerufen. Auch seien in den vergangenen zwei Jahren, seit die FDP regierungsbeteiligt ist, keine Auslandseinsätze der Bundeswehr begonnen worden. All das sind für den Generalsekretär positive Zeichen, die die innerparteiliche Misere mit einem sich ständig drehen Personalkarussell in den Hintergrund rücken lassen sollen. "Abgerechnet wird am Schluss", ist sich der Abgeordnete sicher.

Barth: Stehen für die drei W

In seinem Landesvorsitzenden Uwe Barth, der als einer der besten Redner im Thüringer Landtag gilt, findet er für diese Kampfansage einen Unterstützer: "Die FDP ist nicht tot. Wir werden kämpfen." Barth lenkt in seiner kurzen Rede den Fokus auf die Inhalte. Die FDP müsse dafür sorgen, dass in dem Begriff Soziale Marktwirtschaft die Marktwirtschaft nicht irgendwann klein geschrieben werde - dass das Wort "Sozial" groß geschrieben werde, dafür würden schon die anderen sorgen. Es müsse wieder der Grundsatz gelten: "Erst erarbeiten, dann verteilen." Dafür sollen die Liberalen stehen, so Barth, der das mit den drei großen W verbindet: Wirtschaft, Wachstum, Wohlstand.

Mit dieser Besinnung geht auch Staatsministerin Cornelia Pieper in Heiligenstadt die Aufgabe an, die Stimmung zu verbessern: "Wir sind zu mehr zu gebrauchen. Was sind Umfragen. Es kommt auf die Ergebnisse an." Alle Redner beschwören in Heiligenstadt die Verlässlichkeit der FDP - und das Engagement der Mitglieder. Von Krise keine Spur - zumindest in Thüringen und im Eichsfeld nicht.

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