Protest mit 70 Traktoren im Eichsfeld

Duderstadt (Eichsfeld). Bereits seit mehreren Jahren erregt das Naturschutzgroßprojekt Grünes Band die Gemüter der betroffenen Bauern und Waldbesitzer. Daran hat auch die am Mittwoch präsentierte deutliche Verkleinerung der "Förderkulisse" auf jetzt noch 9600 Hektar nicht viel geändert.

Etaw 250 Teilnehmer demonstrierten vor dem Jugendgästehaus in Duderstadt gegen das Naturschutzprojekt Grünes Band. Foto: Vera Wölk

Etaw 250 Teilnehmer demonstrierten vor dem Jugendgästehaus in Duderstadt gegen das Naturschutzprojekt Grünes Band. Foto: Vera Wölk

Foto: zgt

Dies wurde am Donnerstagmorgen bei der Demonstration der Kritiker vor dem Jugendgästehaus in Duderstadt deutlich. Zu der Demonstration hatten unter anderem der Kreisbauernverband Göttingen und die Interessengemeinschaft gegen das Grüne Band eingeladen. Das Besondere an dem Protest war, dass ein Teil der etwa 250 Teilnehmer aus Niedersachsen und Thüringen mit Traktoren gekommen war. So standen etwa 70 Traktoren mit Spruchbändern auf dem Parkplatz und machten bereits von weitem auf die Aktion aufmerksam.

"Wir haben den Ort und die Uhrzeit absichtlich so gewählt, da direkt im Anschluss die abschließende Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe zur ersten Förderphase stattfindet und wir noch einmal eindringlich auf uns und unsere Forderungen hinweisen wollten", berichtete Hartmut Schafberg aus Wintzingerode, Mitglied der Interessengemeinschaft. Den meisten Demonstranten geht es nicht um das Projekt an sich, sondern um dessen Ausgestaltung. "Wir wehren uns gegen die Größe des Projekts und die Vorgehensweise der Projektleitung", so Schafberg weiter.

Demonstranten wollen keine neue Grenze

Von der Projektleitung der Sielmann-Stiftung um Holger Keil ließ sich bei der Demonstration niemand sehen, sie nahmen den Hintereingang, um in den Tagungsraum zu gelangen. Währenddessen stimmten sich die Demonstranten lautstark - einige von ihnen gehören auch zur Projektbegleitende Arbeitsgruppe - auf die Sitzung und die weiteren Schritte gegen das Grüne Band ein. In einem waren sich die Demonstranten, die zum Teil 40 Jahre entlang der innerdeutschen Grenze gewohnt haben, einig: Sie möchten keine neue Grenze. Deshalb war auf vielen der mitgebrachten Plakate auch zu lesen: "Naturschutzgroßprojekt? 40 Jahre Grenze reicht!".

"Wir haben Jahrzehnte an einer Grenze gelebt, wir wollen es nicht mehr. Und wir haben mehr als andere das Recht dazu, für unsere Freiheit zu kämpfen", schwor Jens Luthin aus dem niedersächsischen Weißenborn die Demonstranten darauf ein, weiter zu kämpfen. Immer wieder wurde von den zahlreichen Rednern auch die aus ihrer Sicht mangelnde Kooperation kritisiert. So sprach einer von ihnen davon, dass es eine Chance auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Kritikern und der Projektleitung gegeben hätte, wenn die Eigentümer von Anfang an mit im Boot gewesen wären. Denn dann hätten sie von Anfang an die Chance gehabt mitzureden. Obwohl die Redner deutliche Worte fanden, lief die Demonstration friedlich ab.