Psychoanalytiker Maaz: „Merkel ist von allen guten Geistern verlassen“

Weimar  Im Gespräch mit der „Thüringischen Landeszeitung“ kritisiert der Hallenser Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz die Asylpolitik von Kanzlerin Angela Merkel scharf.

„Ich habe Sorge und Zweifel, ob Frau Merkel ihrem Amtseid, nämlich Schaden von Deutschland fern zu halten, noch gerecht wird“, sagt der Hallenser Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz. Foto: Maik Schuck

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Der Hallenser Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz (72/ „Gefühlsstau“) kritisiert die Asylpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf: „Irgendetwas ist mit ihr durchgegangen. Selfies mit Flüchtlingen, die Bemerkung, das Asylrecht kenne keine Obergrenze – sie scheint von allen guten Geistern verlassen“, sagt Maaz im Gespräch mit der „Thüringischen Landeszeitung“

Er spricht sich für Hilfe aus, aber: „Wenn man sagt, dass man helfen will, muss man auch sagen, wie weit diese Hilfe gelingen kann und welche Risiken provoziert werden.“ Maaz erklärt: „Ich habe Sorge und Zweifel, ob Frau Merkel ihrem Amtseid, nämlich Schaden von Deutschland fern zu halten, noch gerecht wird.“

Er erklärt: „Die Geste der Einladung verkennt die Realität. 60 Millionen Menschen weltweit sind auf der Flucht. Wenn wir helfen wollen, was ich für richtig halte, muss man auch sagen, wie weit diese Hilfe gehen kann. Wir müssen zwischen Hilfe bei individueller Not und notwendiger Hilfe gegen die Ursachen der Flucht unterscheiden. Und wir müssen zwingend begreifen, dass hier etwas auf uns zurückkommt. An den Ursachen von Krieg und Armut sind wir schuldhaft beteiligt.“ Wenn gesagt werde, „Wir schaffen das“, dürften „die berechtigten Sorgen und Ängste nicht weggewischt werden. Das ist die erste Pflicht unserer Politiker und Medien. Dann kommt die Auseinandersetzung mit unserer schuldhaften Beteiligung an der Armut in der Welt“, so Maaz.

Das ganze Interview mit Hans-Joachim Maaz lesen Sie hier .

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