Rettung für Bad Berkaer Sophienheilstätte und Schloss Rodberg in Sicht

Bad Berka  Mehr als zwanzig Jahre nach Schließung der ehemaligen Sophienheilstätte in München bei Bad Berka besteht jetzt Aussicht auf eine Nachnutzung dieses eindrucksvollen Baudenkmals, das wie kein zweites ein Zeuge der Berkaer Kur- und Badeortgeschichte ist.

Mit dem Kreisheimatpreis 2015 wurden im Bad Berkaer Zeughaus Werner Hesse, Jochen Putzmann, Reinhard Dollase und Joachim Heinze sowie Roberto Bergmann ausgezeichnet. Der Alexander-Wilhelm-Gottschalg-Preis ging an Markus Mahling. Foto: Maik Schuck

Mit dem Kreisheimatpreis 2015 wurden im Bad Berkaer Zeughaus Werner Hesse, Jochen Putzmann, Reinhard Dollase und Joachim Heinze sowie Roberto Bergmann ausgezeichnet. Der Alexander-Wilhelm-Gottschalg-Preis ging an Markus Mahling. Foto: Maik Schuck

Foto: zgt

Den gestrigen Kreisheimattag, an dem Kreisheimatpflegerin Gudrun Braune ihren Kollegen Christian Misch vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gebeten hatte, thematisch die „Möglichkeiten und Grenzen der Denkmalpflege“ auszuloten, nutzte Bad Berkas ehemalige Stadtarchivarin Hella Tänzer, um die frohe Botschaft zu verkünden.

Alle Einzelheiten dürfe sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Nur so viel: Das komplexe Gebäude, das seit 1994 leer steht und seither dem Verfall preisgegeben ist, hat den Eigentümer gewechselt. Die Unternehmensgruppe Dr. Marx, die auch an den Bad Berkaer Median-Kliniken beteiligt ist, hatte die Immobilie 2002 erworben.

Seit Kurzem, berichtet Hella Tänzer, gehört das historische Ensemble nun „einem Zusammenschluss von Bürgern, zu denen auch etliche Bad Berkaer gehören“. Die Gruppe wolle die Sophienheilstätte denkmalgerecht sanieren und wiederbeleben. Geplant sei, eine Seniorenresidenz mit gehobenem Standard darin einzurichten. Vorgestellt werden sollen die Pläne im Oktober. Auch für ein weiteres denkmalgeschütztes Sorgenkind Bad Berkas scheint sich das Blatt zu wenden: Schloss Gutenberg beziehungsweise Rodberg, die ehemalige Kurklinik der Ortskrankenkasse für das Berliner Buchdruckergewerbe, die etwas abseits der B 87 liegt und seit 15 Jahren leer steht, soll ebenfalls kurz vor einem Eigentümerwechsel stehen. Auch hier komme bürgerschaftliches Engagement zum Tragen. „Die Verkaufsverhandlungen laufen zur Zeit noch“, konnte Hella Tänzer Hoffnung machen.

Auch dieses Gebäude ist seit dem Auszug seiner letzten Bewohner im Jahr 2000 immer wieder Ziel von Vandalismus. Das letzte Mal Feuer gelegt wurde hier im April. Nach all den guten Nachrichten konnten im Bad Berkaer Zeughaus vor rund einhundert Ortschronisten und Interessierten weitere engagierte Heimat- und Denkmalpfleger mit den Kreisheimat- und dem Alexander-Wilhelm-Gottschalg-Preis 2015 ausgezeichnet werden.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.