Schönau: Neue Bahnüberquerung im Osten beschlossen

Bauausschuss plädiert für Kompromiss und zugleich preiswerteste Variante. Die für 2016 geplante Beseitigung des Bahnüberganges Schönau geht mit dem Neubau eines bis acht Meter hohen Dammes und einer Brücke aus östlicher Richtung, einer Überquerung etwa wie in Eichrodt (Wutha-Farnroda), einher.

Die rote Markierungzeigt bei der "Ostvariante" der Verlegung des Bahnüberganges Schönau den Verlauf der neuen Straße. Die Bahnlinie wird mittels Damm und Brücke überquert. Foto: Antje Hahn

Die rote Markierungzeigt bei der "Ostvariante" der Verlegung des Bahnüberganges Schönau den Verlauf der neuen Straße. Die Bahnlinie wird mittels Damm und Brücke überquert. Foto: Antje Hahn

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Schönau. Für diese etwa 3,2 Millionen Euro teure Variante der Verlegung des Bahnüberganges einschließlich des Baus einer Personenunterführung am jetzigen Bahnübergang plädierten die Mitglieder des Bauausschusses Wutha-Farnroda in einer Sitzung am Dienstag mit 5:1 Stimmen.

Insgesamt neun Varianten hatte das Planungsbüro GGP Erfurt zu Papier gebracht, sechs wurden in Vorgesprächen mit der Gemeinde ausgeschlossen, drei in die engere Wahl gezogen. Nötig wird das Projekt, da die Bahnstrecke mit Blick auf den ICE-Verkehr und des angepeilten Tempos 200 ertüchtigt werden muss. In diesem Zusammenhang entfällt der ebenerdige Bahnübergang mit Schranke wie er jetzt existiert.

"Ostvariante" tangiert Hochwasserschutzflächen

Planerin Antje Hahn erläuterte, dass der durch die jüngsten Ereignisse noch sensibler gehandhabte Hochwasserschutz in allen Fällen relevant sei. Auch bei der "Ostvariante" tangiert das Bahnprojekt Hochwasserschutzflächen, aber das sei bei der Lage an der Hörsel nun einmal nicht zu ändern. Die Variante enthält deshalb auch Hochwasserdurchlässe. Diese verhinderten jedoch nicht, dass der Zuweg nach Kahlenberg bei starkem Hochwasser überflutet sei, hieß es. Von der Überquerung im Osten führe eine etwa 800 Meter lange Straße parallel zu den Gleisen zurück zu den Bahnsteigen.

Für die preiswerteste Ostvariante entschied sich der Bauausschuss vor allem deshalb, weil sie auch den Schwerlastverkehr ermögliche. Bei Variante B, einer Unterführung unweit des jetzigen Bahnüberganges, erreiche man wegen der Grundwasserkonfrontation nur eine lichte Höhe von etwa 3,50 Meter. Zu wenig für Lkw, wie auch Bürgermeister Torsten Gieß meinte. Da falle es auch kaum ins Gewicht, dass "Plan B" mit dem geringsten Eingriff in die Landschaft auskomme.

Die Kosten teilen sich Bund, Bahn und die Gemeinde

Vor allem wegen der optischen Verschandelung des Tals lehnte der Ausschuss die Variante 3 ab. Diese sah vor, die Bahnüberquerung etwa in Höhe des Heizkraftwerkes im Westen Schönaus über einen neun Meter hohen Damm mit anschließender Hörselbrücke zu realisieren. Ein Riesenbauwerk, das mit hohen Treppenanlagen und Kosten von etwa 4,8 Millionen Euro verbunden wäre. Diesen Mammutbau wollte man auch dem Besitzer der nahen Sägemühle nicht vor die Nase setzen.

Der Schönauer Bahnübergang, das weiß die Deutsche Bahn, ist vor allem aus touristischer und infrastruktureller Sicht wichtig und viel genutzt. Mit der Ostvariante, die im Zuge der Detailplanung in den nächsten Monaten nun noch konkretisiert werde, können alle Leben. Um ein Planfeststellungsverfahren, so der Bahn-Vertreter, komme man allerdings nicht umhin. Die Kosten teilen sich Bund, Bahn und die Gemeinde.

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