Schulsozialarbeiter kümmern sich ausnahmsweise auch in schulfreier Zeit um Kinder

Erfurt.  Ministerium reagiert mit Sonderregelung auf Schulschließungen durch Corona. Meißner: Land hat besondere Schutzverantwortung.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke)Helmut Holter (Die Linke) hat angewiesen, dass Schulsozialarbeiter bis auf Weiteres durch die örtlichen Jugendämter auch in der allgemeinen Jugendhilfe eingesetzt werden können.

Bildungsminister Helmut Holter (Linke)Helmut Holter (Die Linke) hat angewiesen, dass Schulsozialarbeiter bis auf Weiteres durch die örtlichen Jugendämter auch in der allgemeinen Jugendhilfe eingesetzt werden können.

Foto: Martin Schutt / dpa

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Schulsozialarbeiter können bis auf Weiteres durch die örtlichen Jugendämter auch in der allgemeinen Jugendhilfe eingesetzt werden. „Der Einsatz ist vor Ort mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu entscheiden und zu dokumentieren. Diese Abweichung von der Richtlinie Schulsozialarbeit ist bis auf Weiteres förderunschädlich“, teilte ein Sprecher des Bildungsministeriums auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Jugendämter seien entsprechend informiert worden. Damit reagiert die Landesregierung auf die Schulschließungen in Folge der Corona-Pandemie und die dadurch frei werdenden Schulsozialarbeiter. Aktuell werden rund 280 Schulsozialarbeiter durch das Land finanziert. Alle aktuellen Infos im kostenfreien Corona-Liveblog.

In einem Brief an Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte sich auch die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Meißner dafür eingesetzt, in der Krise „vernachlässigte Kinder und Kinder aus sozial schwachen Familien“ nicht aus dem Blick zu verlieren. „Mit der Schließung aller Schulen und Kindergärten entfällt für diese Kinder die teilweise einzige warme und ausgiebige Mahlzeit am Tag. Gegenüber diesen Kindern haben wir eine besondere Schutzverantwortung, der wir auch in Zeiten des Corona-Virus gerecht werden müssen“, schrieb sie.

Zudem bat Meißner den Minister, „darauf hinzuwirken, das Kinder- und Jugendsorgentelefon in Thüringen während der Zeit der Epidemie stärker zu besetzen und die Hilfenummer flächendeckend unter den Schülern bekanntzumachen“.

Aus dem Bildungsministerium hieß es dazu, eine aktuelle Abfrage bei den Standorten des Jugendsorgentelefons habe ergeben, „dass keine Steigerung der Anruferzahlen zu verzeichnen ist“. Es seien technische Vorkehrungen getroffen worden, um die Erreichbarkeit sicherzustellen – unter anderem die Rufweiterleitung bei besetzter Leitung an den nächsten freien Standort. Die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen stehe in ständigem Kontakt mit den Beratern vor Ort und sorge für die ausreichende personelle Besetzung. Aktuell seien genug einsatzbereite Berater vorhanden. Sobald absehbar ist, dass ein Bedarf besteht, würden entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Kinder- und Jugendsorgentelefon: 0 800 – 008 008 0https://www.jugendschutz-thueringen.de/

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