Stasi-Beauftragter Roland Jahn: Hilfen für DDR-Zwangsarbeiter

Berlin/Jena  Der aus Jena stammende Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat sich für finanzielle Hilfen für die Opfer von DDR-Zwangsarbeit ausgesprochen. Staat und Westkonzerne seien in der Pflicht. Ostbeauftragte Gleicke: 15.000 bis 30.000 ehemalige Häftlinge betroffen.

Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, fordert Hilfen für DDR-Zwangsarbeiter, die vom Staat und Westfirmen ausgebeutet wurden. Foto: Jens Kalaene

Der Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, fordert Hilfen für DDR-Zwangsarbeiter, die vom Staat und Westfirmen ausgebeutet wurden. Foto: Jens Kalaene

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Der aus Jena stammende Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, hat sich für finanzielle Hilfen für die Opfer von DDR-Zwangsarbeit ausgesprochen. Gefordert seien sowohl der Staat als auch Westkonzerne, die von der erzwungenen Arbeit politischer Häftlinge profitierten, sagte Jahn im Zusammenhang mit der ARD-Dokumentation, die am Montagabend ausgestrahlt wurde. In dem Beitrag „Ausgebeutet für den Klassenfeind – wie DDR-Zwangsarbeiter für Westfirmen leiden mussten“ werden auch frühere Häftlinge begleitet, die Profiteure ihrer Arbeit zur Rede stellen.

Nach einer Studie, die die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, im Juni vorstellte, mussten in der DDR jedes Jahr zwischen 15 000 und 30 000 Häftlinge Zwangsarbeit leisten. Anweisungen, politische Gefangene gegenüber kriminellen Häftlingen schlechter zu behandeln, habe es nicht gegeben. Gleicke zufolge gab es aber Hinweise, dass politische Häftlinge für besonders unangenehme Aufgaben eingesetzt wurden.

Nach Schätzungen der Stasi-Unterlagen-Behörde wurden in den 1980er Jahren mindestens 200 Millionen D-Mark (entspricht gut 102 Millionen Euro) jährlich mit Waren umgesetzt, die allein auf der Arbeit von Häftlingen beruhten.