Thüringer Demokraten zeigen in Erfurt Gesicht

Thüringer Demokraten zeigen am 1. Mai in Erfurt Gesicht. Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) ruft in einem Gespräch mit dieser Zeitung die Zivilgesellschaft dazu auf, dem Aufmarsch der rechtsextremen NPD in der Landeshauptstadt entgegenzutreten. Der Tag solle bunt und friedlich gestaltet werden.

Demokraten auf die Straße: Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) ruft mit dem TLZ-Markenzeichen für Zivilcourage  in der Hand zum friedlichen Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch in der Landeshauptstadt auf. Foto: tlz/Marcus Scheidel

Demokraten auf die Straße: Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) ruft mit dem TLZ-Markenzeichen für Zivilcourage in der Hand zum friedlichen Protest gegen den Neonazi-Aufmarsch in der Landeshauptstadt auf. Foto: tlz/Marcus Scheidel

Foto: zgt

Erfurt. "Die Demokraten sollten zeigen, dass sie sich friedlich gegen Rechtsextremismus, Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Antisemitismus stellen", so Diezel. Sie erinnerte daran, dass die Thüringer in Jena, Weimar, Gera, Pößneck und anderen Städten bereits gezeigt hatten, dass sie die Thüringer Städte nicht den Rechtsextremisten überlassen. Zahlreiche Politiker aller im Landtag vertretenen Parteien, an der Spitze Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), werden heute in Erfurt den friedlichen Protest gegen Rechtsextremismus unterstützen.

Diezel erinnerte daran, dass am heutigen 1. Mai der Landtag den 90. Jahrestag der Gründung des Landes Thüringen in Weimar begehe. "Aus der damaligen Geschichte können wir lernen: Wehret den Anfängen", so die Landtagspräsidentin. Thüringen als ein Land, das die Nationalsozialisten in der Weimarer Republik zu einer besonderen Hochburg ausbauen wollten, stehe hier in einer ganz besonderen Verantwortung.

Erfurts Regionalbischöfin Elfriede Begrich erklärt: "Solange die NPD immer noch nicht verboten ist, ist eine Blockade die beste Möglichkeit, ein Vorgehen – im wörtlichen und doppelten Sinne – von rechts zu verhindern". Es sei beschämend, dass die Polizei in die "missliche Lage" gebracht werde, solche Blockaden aufzulösen.

Gewerkschafter und SPD-Bundestagsabgeordneter Steffen-Claudio Lemme wendet sich gegen den Versuch von rechts, "den 1. Mai zu entweihen". Das sei der Tag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, stellt er klar.