Thüringer Jägern sind Gewehre zu laut

Erfurt  Zwischen Land und Jägerschaft ist ein Streit über die Nutzung von Schalldämpfern entbrannt.

Zwischen Land und Jägerschaft ist ein Streit über die Nutzung von Schalldämpfern entbrannt. Symbolfoto: Jens Büttner

Zwischen Land und Jägerschaft ist ein Streit über die Nutzung von Schalldämpfern entbrannt. Symbolfoto: Jens Büttner

Foto: Jens Büttner

Trotz des Widerstands der Fachleute im Thüringer Innenministerium wollen sowohl Berufs- als auch Freizeitjäger im Freistaat in Zukunft mit Schalldämpfern auf die Pirsch gehen dürfen. Beim Forst stehe man der Zulassung von Schalldämpfern für die Jagd nach wie vor positiv gegenüber, sagte ein Sprecher des Thüringer Forst unserer Zeitung. Diese Art der Zusatzausrüstung sei sinnvoll, um die Gesundheit der Jäger – vor allem ihr Gehör – zu schützen. „Wir gehen deshalb davon aus, dass diese Zulassung kommen wird.“

Ein Sprecher des Forst­betriebs gibt zu bedenken, dass der Schussknall eines Jagd­gewehrs ohne Schalldämpfer einen Druckpegel von etwa 150 bis 160 Dezibel erzeugt. Ein Schalldämpfer kann diesen Wert um bis zu 30 Dezibel reduzieren. Womit der Knall zwar leiser ist, aber noch immer an der menschlichen Hör-Schmerzgrenze liegt. Zum Vergleich: Ein startendes Düsenflugzeug erzeugt in der Regel einen Druckpegel von etwa 130 Dezibel. In jedem Fall sei der Knall eines Jagdgewehrs selbst mit Schalldämpfer so laut, dass er unmöglich überhört oder verwechselt werden könne.

Das Thüringer Innenministerium und das Landes-Infrastrukturministerium, das primär für die Jagd in Thüringen verantwortlich ist, streiten seit geraumer Zeit über die Novellierung des Landes-Jagdgesetzes. Unter anderem gibt es in beiden Häusern unterschiedliche Auffassungen dazu, ob Jäger in Thüringen in Zukunft Schalldämpfer benutzen dürfen sollen. Aus dem Innenministerium hieß es dazu jüngst, die Verwendung von Schalldämpfern könne auch eine Gefahr für Spaziergänger im Wald sein, weil diese durch ein unvermindertes Schussgeräusch gewarnt würden. Dieser Warneffekt werden durch einen Schalldämpfer gemindert. Zudem könnten Schalldämpfer bei einer Zulassung für Jäger leicht in die Hände von Terroristen oder Kriminellen gelangen. Jäger sollten stattdessen einen Gehörschutz tragen. Die Jäger dagegen sagen, ein Gehörschutz behindere sie beim Anlegen des Gewehrs und schränke ihre Fähigkeit ein, genau zu lokalisieren, woher ein Geräusch im Wald kommt.

Jäger verteidigen ihre Forderung nach Schalldämpfern