Unterrichtsausfall in Thüringen erreicht neuen Rekord

Erfurt.  In diesem Schuljahr hat der Unterrichtsausfall in Thüringen einen neuen Rekordwert erreicht. Coronabedingte Ausfälle wurden da schon rausgerechnet.

„Es ist klar, dass die Schulen, auch wenn sie sich nicht in Stufe Gelb oder Rot befanden, in diesem Schuljahr pandemiebedingt in einer besonders angespannten Situation waren und es noch sind“, sagt Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Daher trage der Vergleich des Unterrichtsausfalls zu Vorjahren nur äußerst bedingt.

„Es ist klar, dass die Schulen, auch wenn sie sich nicht in Stufe Gelb oder Rot befanden, in diesem Schuljahr pandemiebedingt in einer besonders angespannten Situation waren und es noch sind“, sagt Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Daher trage der Vergleich des Unterrichtsausfalls zu Vorjahren nur äußerst bedingt.

Foto: Martin Schutt / dpa

Der Unterrichtsausfall zu Schuljahresbeginn hat in Thüringen einen neuen Rekordwert erreicht. Der amtlichen Statistik des Bildungsministeriums zufolge fielen in der Woche von 28. September bis 2. Oktober dieses Jahres 18.127 der insgesamt 290.159 Schulstunden ersatzlos aus. Mit 6,2 Prozent stieg der Anteil im Vergleich zum vergangenen Jahr um 0,6 Prozentpunkte. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

„Mehrheitlich aus Krankheitsgründen“ hätten die Stunden nicht erteilt werden können, so ein Ministeriumssprecher. Diese zeichneten sich seinen Angaben zufolge für 2,9 Prozent des Ausfalls auf die Gesamt-Stundenzahl gerechnet verantwortlich, nicht vorhandene Fachlehrer für weitere zwei Prozent.

Um die Statistik nicht gegenüber den Vorjahren zu sehr zu verzerren, seien dieses Mal die Daten von insgesamt 50 Schulen nicht eingeflossen, die sich zum Zeitpunkt der Erhebung coronabedingt in Stufe Gelb oder Rot befanden, hieß es.

Pandemiebedingt in einer besonders angespannten Situation

Darunter seien zum Beispiel alle Schulen des Landkreises Weimarer Land gewesen. Für diese Schulen habe das Bildungsministerium gesondert erhoben, wie es trotz der Einschränkungen um die Lernangebote bestellt war: Demnach konnten 43 Schulen die Schüler entweder vollständig (29) oder fast vollständig (14) mit Aufgaben versorgen. Lediglich sieben taten das überwiegend (4) oder lediglich teilweise (3).

„Es ist klar, dass die Schulen, auch wenn sie sich nicht in Stufe Gelb oder Rot befanden, in diesem Schuljahr pandemiebedingt in einer besonders angespannten Situation waren und es noch sind. Daher trägt der Vergleich zu Vorjahren nur äußerst bedingt. Dennoch wird auch in diesem Jahr wieder deutlich, wie groß die Herausforderung bleibt, weiterhin den Unterricht in Thüringen angesichts von Lehrermangel und vielen Langzeiterkrankungen abzusichern“, sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) auf Anfrage dieser Zeitung.

Ostthüringen liegt mit einem Ausfall von 7,4 Prozent als einzige Region über dem Durchschnitt. Der Norden des Freistaats verzeichnete einen Ausfall von 6,1 Prozent, knapp dahinter Mittel- und Westthüringen mit 6,0 beziehungsweise 5,9 Prozent. Am besten schnitt der Süden des Landes mit 5,9 Prozent ab.

Kollegs besonders betroffen

Besonders betroffen von nicht gegebenem Unterricht sind die beiden Kollegs mit 16,3 Prozent. Das Ministerium erklärt diesen Ausreißer damit, dass es lediglich zwei Kollegs gibt, die sich in der Statistik auch wegen besonderer Unterrichtsorganisation erheblich auswirken. An Gesamtschulen fielen 9,7 Prozent der Stunden aus, gefolgt von Regelschulen mit 8,1 Prozent, Förderschulen mit 6,5 Prozent, Gemeinschaftsschulen mit 6,1 Prozent und Gymnasien mit 6,0 Prozent. Die günstigste Quote weisen Grundschulen mit 4,6 Prozent aus.

„Auch wenn Schulen, die wegen erhöhter Corona-Infektionszahlen in Stufe Gelb und Rot ausgekoppelt wurden, ist es in diesem Jahr insgesamt schwierig, die Zahlen zu bewerten. Ich möchte daraus kein Kapital schlagen“, sagte der Landesvorsitzende des Thüringer Lehrerverbandes, Rolf Busch, dieser Zeitung. „Aber die Schülerzahl ist gestiegen und die Lehrerzahl gesunken. Deshalb muss man festhalten: Auch diese Landesregierung hat Stellen abgebaut.“ Selbst wenn sich der Bildungsminister feiere, dass 1000 Pädagogen eingestellt worden seien, wisse man, dass im Gegenzug mehr Lehrer den Dienst beendet hätten.

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