Göttingen. In Göttingen laufen die Kampfmittelsondierungen nach Bombenblindgängern in der Weststadt weiter. Jetzt muss ein besonderes Verfahren zur Anwendung kommen.

Bei den Kampfmittelsondierungen auf dem Schützenplatz in Göttingen gibt ein unklares Messergebnis den Fachleuten Rätsel auf. Die Lösung, also ein eindeutiges Ergebnis, soll nun ein neues Messverfahren bringen, heißt es in einer Mitteilung des Göttinger Rathauses. Man gehe daher bei den Sondierungen ein weiteres Mal neue Wege.

Im Rahmen der bisherigen Maßnahmen habe man umfangreiche Erkenntnisse darüber gesammelt, wie sich Bombenblindgänger, detonierte Bomben, Brunnenfilter, nicht kartierte Versorgungsleitungen oder auch Schrott auf den Messkurven der Sondierungssonden darstellen. Bei den Arbeiten auf dem Schützenplatz sind dafür die Erfahrungen rund um die drei großen Kampfmittelbeseitigungsmaßnahmen vom 30. Juli 2022, 25. März 2023 und 23. September 2023 wertvoll.

Spezielles Messverfahren kommt zum Einsatz

Trotz dieser Erfahrungen zeige eine aktuelle Messung auf dem Schützenplatz eine Anomalie, weist also auf etwas im Boden hin, was dort normalerweise nicht hingehöre. Diese Anomalie können die Fachleute weder mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Bombenblindgänger noch einer detonierten Bombe, anderen Weltkriegsüberresten oder sonstigen Überresten im Boden zuordnen, so die Göttinger Rathausspitze. Die klassischen Messverfahren führen hier keine Klärung herbei.

„Daher geht die Stadt Göttingen in enger Abstimmung mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD) neue Wege“, erläutert der Erste Stadtrat Christian Schmetz, unter dessen Leitung alle Maßnahmen zur Kampfmittelbeseitigung erfolgen, „als erste Kommune in Niedersachsen hat Göttingen eine weitergehende Untersuchung durch das spezielle Messverfahren UltraTEM in Auftrag gegeben.“ Das Messverfahren UltraTEM führe in Oranienburg regelmäßig zu zuverlässigen Ergebnissen bei der Kampfmittelsuche. Auf dem Schützenplatz werde die Fachfirma Heinrich Hirdes Kampfmittelräumung GmbH die Messung übernehmen. Die Firma selbst habe UltraTEM in Kooperation mit einer kanadischen und australischen Firma entwickelt.

Die Stadt Göttingen und der Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen erhoffen sich mit Hilfe des UltraTEM-Verfahrens ein eindeutiges Messergebnis, um eine unnötige Evakuierungsmaßnahme für die Bevölkerung in der Weststadt vermeiden und Kosten einsparen zu können, heißt es.

Neben dieser Anomalie wurden bei den Flächensondierungen keine weiteren Gefahren festgestellt. Die Flächensondierungen durch die Fachfirma Kampfmittelräumung Nord GmbH verlaufen planmäßig und würden noch mehrere Wochen andauern. Sie begannen Anfang Dezember 2023 und werden nach einer Feiertagspause seit dem 9. Januar fortgesetzt.

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